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Prüfbericht listet massive Mängel auf

Sanierungsstau in Kiel Prüfbericht listet massive Mängel auf

Das städtische Rechnungsprüfungsamt (RPA) schlägt Alarm: Viele unterirdische Wasser- und Abwasserkanäle seien inzwischen so marode geworden, dass sie sogar einzustürzen drohten. Dies könne sogar zu strafrechtlichen Konsequenzen führen.

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So wie hier in der Gartenstraße wird zwar an vielen Stellen der Stadt gebuddelt. Doch das reicht offenbar längst nicht aus, um den gewaltigen Sanierungsstau vor allem am unterirdischen Kanalsystem der Stadt abzubauen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Grund für die Warnung der Prüfer: Ein möglicher Einsturz der Kanäle könne eine Verkehrsgefährdung zur Folge haben. Außerdem steige das Risiko von Grundwasserverunreinigungen durch defekte Kanäle.

Die vom RPA durch Recherchen bei den zuständigen Ämtern ermittelten Zahlen klingen beängstigend hoch: So hat sich in Kiel ein Gesamt-Sanierungsrückstau von fast 516 Millionen Euro für Straßen und Gebäude (einschließlich Schulen) aufgetürmt. Hinzu kämen noch 114,2 Millionen Euro für neu anstehende Investitionen plus 13,3 Millionen jährlicher Unterhaltungsaufwand. Macht unter dem Strich: 643,3 Millionen Euro.

Wie groß der Sanierungsstau insbesondere bei den Straßen tatsächlich ist, lasse sich noch gar nicht absehen. Bislang vom Tiefbauamt untersucht wurden laut RPA-Bericht nur besonders verkehrswichtige Straßen, also nur rund 35 Prozent des gesamten Netzes. Die RPA-Autoren kommen jedoch nach ihren Recherchen zu dem Schluss: „Grob überschlagen sind 40 Prozent des gesamten Kieler Straßennetzes sanierungsbedürftig, Kostenvolumen: mindestens 130 Millionen Euro.“

Insofern dürfte es nach Einschätzung der Prüfer künftig „immer schwerer werden, gegenüber betroffenen Bürgern die Erhebung von Ausbaubeiträgen zu rechtfertigen, wenn über Jahrzehnte hinweg erforderliche Unterhaltungsmaßnahmen nicht oder nur in einem  unzureichenden Umfang vorgenommen und dadurch (mit-)verursacht wurden.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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