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Dicke Luft am Theodor-Heuss-Ring

Schadstoffbelastung Dicke Luft am Theodor-Heuss-Ring

Die Landeshauptstadt Kiel gerät unter Druck, wirksame Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu ergreifen. Laut Bundesumweltamt wies die Stadt 2016 bundesweit mit 65 Mikrogramm pro Kubikmeter den fünft-höchsten Stickoxid-Wert im Jahresdurchschnitt bei der Belastung mit dem Reizgas auf.

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Bei Berufsverkehr steigt die Abgasbelastung am Theodor-Heuss-Ring. Die Stadt erneuert im Sommer die Asphaltdecke zwischen Lübscher Baum und Winterbeker Weg und bringt einen speziellen Fahrbahnbelag auf. Weitere kommunale Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität stoßen an ihre Grenzen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dem Bauausschuss lag jetzt eine geschäftliche Mitteilung des Kieler Umweltschutzamtes über die Luftschadstoffbelastung an der viel befahrenen Straße vor. Seit Jahren wird dort die Stickstoffdioxid-Belastung an der Messtation zwischen Krusenrotter Weg und Dithmarscher Straße gemessen. Als Hauptgrund für die Überschreitungen des Grenzwertes von 40 Mikrogramm sieht die Stadt die enorme Zunahme von Diesel-Pkw in den vergangenen 15 Jahren: Die tatsächlichen Emissionen von Diesel-Fahrzeugen habe nicht in dem Maße abgenommen, wie es durch die verschärften Abgasgrenzwerte der EU zu erwarten gewesen wäre. Als Besonderheit kommt dazu, dass die Häuserfront bei Westwindlage angeströmt wird.

Mögliche Maßnahmen nicht ausreichend

Bei allen derzeit diskutierten Maßnahmen wie großräumige Verkehrsverlagerung, Tempolimits, Untertunnelung, Änderung der Verkehrsführung, Einführung einer Umweltzone und künstliche Durchlüftung heißt es in den meisten Fällen: „Wirksamkeit nicht ausreichend. Maßnahme verkehrlich nicht verträglich“. Umweltdezernent und Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne) räumt in der Mitteilung ein, dass kommunale Bemühungen, die Schadstoff-Belastung zu verringern, an ihre Grenzen stoßen: „Die Autoindustrie ist aufgefordert, die strengen Emissionswerte für Dieselfahrzeuge gerade im Straßenverkehr auch einzuhalten.“

Oberbürgermeister Kämpfer hofft auf E-Mobilität

An so drastische Maßnahmen wie sie Stuttgart, mit 82 Mikrogramm neben München mit 80 der absolute Negativ-Spitzenreiter in Deutschland, plant, denkt Kämpfer nicht: Ab 1. Januar 2018 werden dort Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängt, wenn die Belastungswerte zu hoch sind. Er setzt darauf, dass moderne Dieselfahrzeuge mit tatsächlich geringeren Emissionen bald alte Dreckschleudern ersetzen. Vor allem aber hofft er, „dass uns bald die Wende zur E-Mobilität gelingt, Abgasnormen verschärft werden“ und die Stadt mit Blick in die Zukunft einen guten Mobilitätsmix aus Radstrecken, attraktivem ÖPNV, guter Erreichbarkeit des Individualverkehrs und schienengebundenen Verbindungen erreicht.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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