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Gerüstbauer reiben sich die Hände

Luxusjacht und Kriegsschiffe Gerüstbauer reiben sich die Hände

Die Anbieter von Baugerüsten haben in diesen Tagen zwei Großabnehmer: Es sind die Werften der Nobiskrug-Gruppe in Kiel. Gleich mehrere Schiffe werden gerade komplett mit Baugerüsten eingehüllt.

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Zu sehen sind bald nur noch die alles überragenden Masten: Die Luxusjacht „Sailing Yacht A“ verschwindet hinter Gerüsten und Planen. Im Frühjahr wird der Rumpf dann möglicherweise silberfarben glänzen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Den mit Abstand größten Bedarf an Gerüstelementen hat seit einigen Tagen das Schiff im Trockendock 8A bei der zur Nobiskrug-Gruppe gehörenden German Naval Yards. Die 142 Meter lange Luxusjacht „A“ wird komplett eingerüstet und winterfest gemacht. Grund für die Maßnahme ist die Behandlung des Rumpfes des größten Segelschiffes der Welt.

Eben jener Rumpf hat eine spezielle Beschichtung des Kunststoffes, der alle Unebenheiten wie Schweißnähte und Beulen verdecken soll. Diese Beschichtung soll nach KN-Informationen bis zum Frühjahr eine finale Behandlung mit Politur und Lack bekommen. Nach unbestätigten Gerüchten soll der bislang weiße Rumpf danach in einem leichten Silberton glänzen. Für diese Farbarbeiten muss der Rumpf vor dem feuchten und kalten Wetter des Kieler Winters geschützt werden.

Gebaut wurde das stolze Schiff 2012 unter der Baunummer 787 bei der Kieler Werft. Kiellegung war am 8. März 2012 unter dem Projektnamen „White Pearl“. An dem Tag wurde der Eigner Andrej Melnitschenko 40 Jahre alt. Im September dieses Jahres startete der Neubau mit ersten Probefahrten auf der Kieler Förde. Jetzt ließ der russische Unternehmer über seine Londoner Agenten Eurasia Advisory mitteilen, dass der Name des Schiffes zukünftig „Sailing Yacht A“ lautet. Danach wurden der Name am Heck und in der Signatur des AIS-Gerätes geändert.

Nach dem Ende der letzten Dockung beginnt für die „Sailing Yacht A“ die nächste Erprobungsphase. Dann stehen bei den Abnahmefahrten des Schiffes auch die Segel auf dem Plan. Die niederländische Firma Dykstra Naval Architects hat im Auftrag der britischen Konstruktionsfirma die Segel für die „Sailing Yacht A“ konstruiert. Die großen Trapezsegel sind jedoch nicht der Hauptantrieb. Der befindet sich tief unten im Schiff. Zwei große Dieselmotoren der Friedrichshafener Marke MTU liefern zusammen eine Leistung von über 8000 PS. Diese Motoren sind inzwischen in einer Vielzahl von Schiffen eingebaut, die besonders hohe Geschwindigkeiten benötigen. So hat die US-Küstenwache diese MTU-Diesel für ihre neuen Einsatzschiffe des Typs „Fast Response Cutter“ geordert.

Die „Sailing Yacht A“ wird nach der Ablieferung die Ostsee durch den Öresund verlassen. Am Westrand dieser Meerenge gibt es einen kleinen Kanal, den Schiffe auch mit einer Masthöhe von 100 Metern passieren können. Durch die Masthöhe des Schiffes ist derzeit der große Portalkran der Kieler Werft in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Der Kran, mit seinen 60 Metern ein Wahrzeichen, kann nicht über die Masten hinwegrollen und muss deshalb im östlichen Bereich des Baudocks bleiben.

An der Pier von German Naval Yards bekommt der zweite Neubau für Algerien seine Ausrüstungsarbeiten unter den Gerüsten an der Pier. Die Einhausung soll dafür sorgen, dass keine Farbpartikel ins Hafenwasser gelangen. Komplett „eingehaust“ wird in diesen Tagen auch die Korvette „Magdeburg“ im Dock der Lindenau Werft.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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