20 ° / 13 ° Gewitter

Navigation:
Neue „Berlin“ nimmt Form an

Schiffbau Neue „Berlin“ nimmt Form an

Der Bau des neuen Rettungskreuzers für Laboe geht in die nächste Phase. Bei der Fassmer Werft in Berne an der Unterweser wurde der Rumpf des Neubaus zusammengesetzt und kurz vor Ostern erstmals zu Wasser gelassen. Dabei wurde der noch unlackierte Neubau über die Weser zur Stammwerft geschleppt.

Voriger Artikel
Das Recht auf einen würdigen Abschied
Nächster Artikel
Ulf Kämpfer hofft auf zweite Amtszeit
Quelle: Frank Behling

Kiel. In der Schiffbauhalle von Fassmer soll die „Berlin“ jetzt die Endausrüstung bekommen, bevor im Spätsommer die Erprobung beginnt. Die „Berlin“ ist der zweite Rettungskreuzer der neuen 28-Meter-Kreuzer. Diese Neubauten sollen in den kommenden Jahren die sechs Einheiten der 27,5 Meter-Klasse ersetzen. 1985 war die „Berlin“ als Typschiff dieser Klasse in Laboe stationiert worden. Mit 31 Dienstjahren nähert sich der Kreuzer jetzt seinem Dienstzeitende.

Die Nachfolgerin war im Oktober an der Weser auf Kiel gelegt worden. Der Bau des Aluminium-Rumpfes erfolgte zunächst in einer Fertigungshalle unweit des Stammsitzes der Fassmer Werft an der Weser. Am 11. März wurde der fertig verschweißte Rumpf dort gedreht, mit dem Aufbau und der Kommandobrücke verschweißt und zu Wasser gelassen. Am 22. März zog ein Schlepper den Neubau dann zum Stammsitz der Fassmer Werft.

Länger und leistungsfähiger

Im Sommer soll der Kreuzer dann wieder zu Wasser kommen und mit der Erprobung beginnen. Die neue „Berlin“ ist nicht nur einen halbe Meter länger als ihre Vorgängerin, sie ist auch leistungsfähiger. Im Maschinenraum stehen zwei 16-Zylinder-V-Motoren von MTU mit zusammen 3912 PS (2880 Kilowatt). Damit ist der Neubau fast 2000 PS stärker als die Vorgängerin, die von zwei MTU-Motoren mit je acht Zylindern angetrieben wird. Für Vormann Michael Müller und die Besatzung gibt es einige Veränderungen. So fährt Müller die neue „Berlin“ zukünftig aus einer geschlossenen Kommandobrücke heraus, die auch noch besser für die Koordination von Such- und Rettungseinsätzen ausgelegt ist. Durch die größeren Motoren soll die „Berlin“ zudem eine deutlich höhere Geschwindigkeit erreichen können. Geplant sind laut Entwurf 24 Knoten, vier Knoten mehr als die Vorgängerin. Für das Manövrieren in dem engen Hafen von Laboe bekommt die Besatzung ein Bugstrahlruder mit 102 PS (75 Kilowatt).

Das Schiffbau-Tagebuch im Netz

Bei der Ausrüstung wird der Neubau noch stärker auf die Rettung und Versorgung von Menschen ausgelegt. So wurden die Brennstofftanks deutlich vergrößert, was die Reichweite auf bis zu 800 Seemeilen steigert. Das entspricht umgerechnet rund 1400 Kilometer, der Entfernung von Kiel bis St. Petersburg.  Abstriche muss die Crew der neuen „Berlin“ nur bei der Feuerlöschausrüstung machen. Der alte Kreuzer verfügte über eine Pumpe mit einer Leistung von 380 Kubikmetern pro Stunde und zwei fernsteuerbare Monitore mit einer Wurfweite von über 90 Meter. Die neue „Berlin“ hat nur noch einen Feuerlöschmonitor mit einer Wurfweite von 80 Metern und eine Feuerlöschpumpe mit einer Leistung von 220 Kubikmetern pro Stunde. Der neue Monitor steht dafür auf der Kommandobrücke und kann auch in Fahrtrichtung eingesetzt werden.

Der Entstehungsprozess des Kreuzers ist auch im Internet in einem Werfttagebuch unter http://www.seenotretter.de/aktuelles/werft-tagebuch/wtb-sk36/ einsehbar.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3