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Mit Korrosionsschutz in die neue Saison

Schifffahrtsmuseum Kiel Mit Korrosionsschutz in die neue Saison

Das Schifffahrtsmuseum Kiel, ein "Freilichtmuseum im Wasser", eröffnet am heutigen Freitag seine Saison. Dafür werden die Boote wieder auf Vordermann gebracht, die Besucher erstmals in einer eigenen Führung am Pier besichtigen können.

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Letzte Handgriffe: Krzysztof Kozakiewicz säubert das Feuerlöschboot „Kiel“ vom hartnäckigen Möwendreck und Moos.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Mit Hochdruck reinigt Krzysztof Kozakiewicz das Deck des Feuerlöschboots „Kiel“. Möwenschiet spritzt unter der Kraft des Wasserstrahls im hohen Bogen von der Reling. Der 59-Jährige legt an diesem Donnerstagmorgen noch einmal Hand an, denn vom heutigen Freitag an können die Schiffe an der Kieler Museumsbrücke wieder besichtigt werden. Das Stadt- und Schifffahrtsmuseum startet traditionell am 15. April in die Sommersaison.

„Im Grunde ist das hier ein Freilichtmuseum im Wasser“, sagt Museumsdirektorin Doris Tillmann. „Der Erhalt der Schiffe ist sehr aufwendig.“ Kozakiewicz klopft daher munter Rost ab, werkelt und schweißt an dem 1941 gebauten Feuerlöschboot herum. Zu tun gibt es immer etwas, um den heutigen Zustand für die nächsten Jahrzehnte zu konservieren. „Korrosionsschutz“, sagt der gebürtige Pole, der 30 Jahre zur See gefahren ist und nun schon seit einigen Jahren zum Team an der Museumsbrücke gehört, „Korrosionsschutz ist hier das Wichtigste.“

Das alte Seenotrettungsboot „Hindenburg“ , das frisch restauriert aus der Werft zurückgekommen ist (wir berichteten), ist ein weiteres Beispiel für die Anstrengungen zum Erhalt der schwimmenden Denkmale. Insgesamt 180000 Euro wurden vor allem in die Ausbesserung des Rumpfs investiert, sagt Tillmann. Denn nicht nur das Salzwasser setzt diesem von der Außenseite zu, auch Kondenswasser im Inneren nagt an den mehr als 70 Jahre alten Stahlplatten. „Das Schiff rostet also von beiden Seiten“, erklärt sie.

Ach, so viel gibt es zu erzählen über die Schiffe. Daher bietet das Schifffahrtsmuseum in der neuen Saison erstmals Führungen an, bei denen es ausschließlich um die hier an der Pier liegenden Schätze geht. Diese finden immer am letzten Sonnabend eines Monats während der Sommersaison statt, also am 28. Mai, 25. Juni, 30. Juli und 27. August, jeweils um 15 Uhr. Die Kosten liegen bei vier Euro pro Person, eine Anmeldung ist unter Tel. 0431/901-3428 möglich. Ganz ohne Anmeldung und Führung ist die Museumsbrücke nun täglich (auch montags) zwischen 10 und 18 Uhr zu besichtigen.

Viele Details zum auch in den kommenden Monaten wieder unter Dampf stehenden alten Tonnenleger bietet ein neues Buch, das die Ehrenamtler vom „Bussard“ -Verein herausgebracht haben. „110 Jahre Seezeichendampfer Bussard – Vom Arbeitsschiff zum Traditionsschiff“ lautet der Titel, der für 20 Euro zu haben ist. „Darin erfährt man nicht nur viel zur Konstruktion, sondern auch zur ganzen Schiffstechnik und zum sozialen Leben an Bord“, erläutert Tillmann. Und Kuratorin Sandra Scherreiks ergänzt, dass auch ein Band über das Feuerlösch- und das Seenotrettungsboot geplant ist. „Zur Hälfte ist er schon fertig“, verrät sie. Damit dürfte zur nächsten Saisoneröffnung zu rechnen sein.

Etwas früher wird hoffentlich die von den Museumsleuten sehnsüchtig erwartete, unfallsichere Gangway da sein, über die die Besucher demnächst auf das Feuerlöschboot gelangen sollen. Derzeit darf es nämlich nicht betreten, sondern nur von außen angeschaut werden. Und vorzeigbar ist es allemal: Dank Krzysztof Kozakiewicz erstrahlt die „Kiel“ wieder wie aus dem Ei gepellt.

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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