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Und wie riecht Kiel?

Schifffahrtsmuseum Und wie riecht Kiel?

Wie sah Kiel eigentlich im Mittelalter aus, wie riecht die Stadt und wie hat sie sich nach den Kriegen verändert? Um diese Fragen kindgerecht zu beantworten, erarbeitete ein Team des Schifffahrtsmuseums eine Dauerausstellung für Stadtforscher im Alter zwischen acht und zwölf Jahren.

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Beschäftigten sich mit den Inhalten der Ausstellung: Sandra Scherreiks (rechts) und Katja Töpfer.

Quelle: eye: Karina Dreyer

Kiel. In einer kleinen, gemütlichen Ecke des Museums werden übersichtlich und comicartig mit Sprechblasen an der Wand sowie mit farbigen Aktions-Türmen drei Themenkomplexe behandelt: die Entwicklung Kiels von der Stadtgründung bis zur Universitätsgründung im 17. Jahrhundert. Dem schließt sich Kiels Weg zur industriell geprägten Großstadt und das daraus resultierende Stadtwachstum an. Dann folgt das moderne Kiel mit der Kieler Woche, den Fähren nach Skandinavien und Olympischen Segelwettbewerben, aber auch die Frage, wie sich die Kinder die Stadt in der Zukunft vorstellen.

 „Die Ausstellung richtet sich mehr an kleine Einzelbesucher als an Gruppen“, erklärt Museumsdirektorin Doris Tillmann. Nach zehn Jahren Kinderausstellungen mit Themen wie Fischerei, Segelregatten, Kapitäne, Leuchttürme und Schiffbau, soll diese nun dauerhaft und mit allen Sinnen erfahrbar sein. Der Raum wurde von der Ausstellungsgrafikerin Anne Heinrich und Szenografin Eva Stankowski so konzipiert, dass Elemente der Ausstellung auch umzurüsten sind. Ebenso umfasst der Raum ein Podest, das sich zu einem Tisch mit Stühlen für museumspädagogisches Arbeiten umfunktionieren lässt.

 Die Direktorin lobt die hochanspruchsvolle Ausstellung, die mutig über das platte Wissen hinausginge. Kiel habe sich im Gegensatz zu Städten wie Lübeck stark verwandelt, schon zu Kaisers Zeiten sei zum Beispiel die Altstadt abgerissen worden. „Aber wir erkennen immer noch Spuren wieder“, sagt sie. Und die können die jungen Kieler entdecken: Kleine Magnetpuzzleteile ergeben Stadtansichten wie den Marktplatz, Spiele beschäftigen sich mit der Herkunft von Wappen, dem Nesselblatt und historischen Münzen. Schwarz-weiße und farbige Aufnahmen vergleichen Kiel vor und nach der Zerstörung durch den Krieg. Es lockt auch eine Riechstation mit Düften aus den skandinavischen Ländern. So riecht Schweden nach Holz, Dänemark gemütlich zimtig und Norwegen nach Lachs. Auch Kiel hat seine eigene Note: Die Duft der großen weiten Welt, wie sie auf dem Internationalen Markt zur Kieler Woche zu finden ist.

 Die neue Kinderausstellung schließt sich inhaltlich der maritimen Dauerausstellung gleich neben in der ehemaligen Fischhalle an. „Die Kinder können Sachen oder Bilder aus der Ausstellung in ihrer Museumsecke wiederfinden“, beschreibt Ausstellungsgrafikerin Anne Heinrich. Besonders viel Fingerspitzengefühl bedurfte es, „historische Daten abzuklopfen, sie knackig in kurzen Sätzen zu präsentieren und die Kinder visuell in die Geschichte einzuführen“, erklärt Ausstellungsarchitektin Eva Stankowski. Dabei, so verriet sie, sei kein Satz länger als eine SMS.

 Dass die ersten kleinen Stadtforscher schon viel entdecken konnten, zeigen die ersten Händepatscher auf den Aktions-Türmen. Dass dabei etwas kaputt oder verloren gehen kann, ist eingeplant. Er gibt schon einen kleinen Ersatzkoffer. Und für die Kinder, die noch mehr wissen wollen, liegen natürlich Bücher parat. 15000 Euro hat das Projekt insgesamt gekostet.

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