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Stadt schließt Kindergarten

Schimmelalarm in Kiel Stadt schließt Kindergarten

Schimmelalarm in der Kindertagesstätte Georg-Pfingsten-Straße: 74 Kinder, davon 20 jünger als drei Jahre, mussten von jetzt auf gleich in anderen Einrichtungen untergebracht werden, weil bei Umbauarbeiten erheblicher Schimmelbefall festgestellt wurde.

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Von außen sind dem Kinderhaus in der Georg-Pfingsten-Straße die massiven Schimmelprobleme nicht anzusehen.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Die Verantwortlichen der Stadt betonen dabei, dass die Schließung der Kita rein vorsorgliche Gründe habe.

 Zu verdanken ist die zwar unerfreuliche, aber auch wichtige Entdeckung dem jüngsten Streik der Erzieherinnen. Die Stadt wollte diese Gelegenheit nutzen, um Handwerker in den Gaardener Kindergarten zu schicken. Und die stießen laut Gaby Wiesmann-Liese, Leiterin des Amtes für Immobilienwirtschaft, auf massive Durchfeuchtungsschäden. Auch stellte sich heraus, dass die Feuchtigkeit reichlich Nahrung für den Schimmelpilz gab. Die Immobilienwirtschafter holten daraufhin das Gesundheitsamt mit ins Boot, und man einigte sich darauf, das Haus zu schließen. Vor allem für die kleinen Krippenkinder könne ein Gesundheitsrisiko nicht ausgeschlossen werden, sagt Wiesmann-Liese, betont aber zugleich: „In den Gruppenräumen der Kinder ist keine mit Schimmel belastete Luft gemessen worden.“

 Sehr solidarisch zeigten sich in dieser Situation die Verantwortlichen benachbarter Schulen und Betreuungseinrichtungen. Rochiert wurde dabei zunächst innerhalb des Familienzentrums, das aus dem Gebäude in der Georg-Pfingsten-Straße und der gegenüberliegenden Kita Kaiserstraße besteht. In beiden Häusern werden 226 junge Leute betreut. Alle 60 Hortkinder sind nun in die unweit entfernte Fröbelschule umgezogen, wo sie auch die Mensa der im selben Haus untergebrachten Gemeinschaftsschule am Brook nutzen. Die meisten Kindergartenkinder fanden somit Platz in der Kaiserstraße, während die 20 Krippenkinder und eine Gruppe für Drei- bis Sechsjährige nun im Eckhaus Georg-Pfingsten-Straße/Elisabethstraße betreut werden. Dort hat die Stadt zwei Wohnungen angemietet, in der ursprünglich Hortkinder die Zeit nach der Schule verbrachten.

 Das mit Schimmel befallene Haus wurde 1957 erbaut, in einer Zeit, als noch viel mit Billigmaterial und Provisorien gearbeitet wurde. Dies könnte ein Grund für das ungesunde Raumklima sein. Wie es weitergeht, erfuhren die Eltern durch einen Aushang an dem Gebäude. Dort hieß es: „Anstelle der zunächst geplanten Sanierung sollen nun Abriss und Neubau erfolgen, die Planungen dafür haben bereits begonnen.“ Es sei davon auszugehen, dass die Bauphase zwei Jahre dauern wird.

 Kritische Nachfragen richtet derweil der Ortsbeirat Gaarden ans Rathaus. Unverständlich ist aus Sicht der Stadtteilvertreter vor allem, dass das Schimmelproblem nicht schon früher entdeckt worden ist. Ein Vorwurf, den die Chefin der Immobilienwirtschaft zurückweist. Zwar nehme man regelmäßige Begehungen vor, das fürs bloße Auge so nicht wahrnehmbare Ausmaß der Schäden habe aber tatsächlich erst jetzt durch die Handwerker festgestellt werden können.

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