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Alles neu im UKSH Kiel

Schleswig-Holstein Alles neu im UKSH Kiel

Läuft alles nach Plan, wird sich das schleswig-holsteinische Universitätsklinikum (UKSH) in Kiel und Lübeck in fünf Jahren völlig umgewandelt haben. Schon jetzt zeigen riesige Baugruben und vorbereitende Maßnahmen auf dem Kieler Gelände, dass ein kleiner Stadtteil mit 21 Kliniken Schritt für Schritt neu entsteht.

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Zwischen Innerer Medizin und Neurozentrum laufen die Arbeiten für die neue Leukämiestation, die außerhalb des Masterplans gebaut wird.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

KIEL. Für Prof. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des Klinikums, läuten die Bauarbeiten die Universitätsmedizin der Zukunft ein. Schließlich sollen eine einheitliche Baustruktur mit rotem Klinker, hellgrünen Farbakzenten und viel Licht, eine bessere Krankenversorgung durch fachübergreifende Einheiten und kurze Wege entstehen. Dabei gab ein Kahlschlag das Startsignal: Erst als etliche Bäume im Frühjahr auf dem Klinikgelände vor der Kieler Chirurgie und Frauenklinik schweren Baufahrzeugen weichen mussten, sei den Beschäftigten die Dimension des Masterplans bewusst geworden, erinnert sich Uwe Meyer, Vorsitzender des nichtwissenschaftlichen Personalrats. Seitdem warnt der Vorstand das Personal regelmäßig, wenn wieder mit Baulärm an irgendeiner Stelle zu rechnen ist – zum Beispiel, wenn ein Dieselaggregat Anfang Juni 70 bis 80 Dezibel erzeugt, weil in der alten Chirurgie ein Betonboden per Wasserstrahl entfernt werden muss.

 Trotz der gewaltigen Herausforderungen für das Personal, Patienten mit Spitzenmedizin zu versorgen, während nebenan gebohrt wird oder man in Interimsgebäude ausweichen muss, gibt es auch für Meyer keinen Zweifel: „Der bauliche Masterplan ist erforderlich. Manche Gebäude sind so verfallen, dass es günstiger ist, sie abzureißen und neu zu bauen. Wir erhoffen uns am Ende eine größere Arbeitszufriedenheit durch mehr Effizienz in den Abläufen.“ Auch der Personalrat und die Personalabteilung mussten im Februar ihre Büros räumen, um für die nächsten drei, vier Jahre in ein Ausweichquartier an den Alten Markt zu ziehen.

 Nach dem Abriss der Strahlenklinik im Herbst 2013 (jetzt im Karl-Lennert-Zentrum an der Feldstraße) und eines Flügels der Frauenklinik ist ein riesiges Baufeld entstanden. Das Haupthaus der Frauenklinik steht unter Denkmalschutz und wird saniert, während die am Schwanenweg errichtete Kinderklinik sowie die denkmalgeschützte Augenklinik für eine neue Nutzung frei werden. Eine gewaltige Umstrukturierung steht an, von der nur das Neurozentrum verschont bleibt: Die Augenklinik etwa wird dann in den Neubau der HNO-Klinik nebenan einziehen, die Kinderklinik im Mutter-Kind-Zentrum im Zentralklinikum untergebracht, in dem auch neue, hochmoderne Operationssäle zusammengefasst werden sollen. Es wird das künftige Herzstück des gesamten Areals sein, mit einer neuen Caféteria und einem neuen hellen Vorplatz als Orientierungspunkt. Der Rote Platz vor der Chirurgie wird verschwinden.

 Bisher verläuft alles nach Zeitplan und reibungslos. Hinter der Frauenklinik entsteht ein größerer Patientengarten, der „viel Sicht auf das Wasser“ und dem Zugang zum Alten Botanischen Garten ermöglichen soll, erklärt Bernd Riechling, im Dezernat Facility Management zuständig für die Bau-Koordinierung. Ende Juli beginnen wahrscheinlich die Tiefbauarbeiten.

 Was auf dem Kieler Areal den Planern des privaten Bieterkonsortiums Bam/Vamed besonderes Kopfzerbrechen bereitet, ist die Pavillon-Struktur, die Patienten wie Personal zu langen Wegen zwingt: „Früher hat man immer nur dorthin gebaut, wo man gerade Platz fand“, sagt Riechling. Es fehlte ein Gesamtkonzept. So müssen Blut- und Gewebeschnittproben von einer Abteilung noch per Hand zur nächsten getragen werden, existieren noch zwei große Notaufnahmen in der Chirurgie und der Inneren.

 Von der Zentralisierung und der neuen Logistik mit Rohrpost sowie Warentransport-Anlage verspricht sich das Universitätsklinikum daher viel. „Für unsere Patienten schaffen wir eine Architektur der Zuversicht, für unsere Mitarbeiter hochattraktive Arbeitsplätze“, ist Scholz überzeugt. Er spricht von einer historischen Entscheidung des Landes: Die Umsetzung des Masterplans sichere die Krankenversorgung eines Viertels aller Patienten in Schleswig-Holstein über viele Jahre. An beiden UKSH-Standorten werden etwa 400000 Patienten im Jahr behandelt.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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