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Dringend ehrenamtliche Helfer gesucht

Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e. V. Dringend ehrenamtliche Helfer gesucht

Die Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e. V. sucht Ehrenamtliche. So wie Jutta Grönhagen: „Mein Mann hat damals das erste Mal Leukämie überstanden. Wir lasen in der Zeitung, dass dies hier aufgebaut wird, und fanden die Idee so gut, dass wir uns beide gleich engagiert haben.“

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Im Gemeinschaftsraum der Angehörigenwohnung: (v.l.) Britta Andresen, Jutta Grönhagen (beide Ehrenamtliche), Sonja Kulschewski (SHKG).

Quelle: Christian Trutschel

Kiel. Ihr Mann sei im vergangenen Jahr an seiner Leukämie verstorben.

Jutta Grönhagen ist eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen, die sich um die Angehörigenwohnung der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e. V. (SHKG) kümmern. In dieser Vierzimmerwohnung in zentraler Lage können Angehörige und Freunde von Krebspatienten während ihrer stationären Behandlung kostenfrei wohnen. Alles ist da, nur für Bettwäsche, Handtücher und Verpflegung müssen die Angehörigen selbst sorgen.

 Die ruhige Nichtraucherwohnung im ersten Stock des Hauses Annenstraße 74 hat durchgängig hellen Holzfußboden und besteht aus einem großen Gemeinschaftsraum mit zwei Sofas, Couch-, Esstisch und Balkon, zwei Doppel-Schlafzimmern und einem Einzel-Schlafzimmer, dazu Küche und Bad. „Diese Wohnung soll auch ein Rückzugsort für die Angehörigen sein“, sagt Sonja Kulschewski von der SHKG, „das schätzen die Gäste auch.“ Meistens kommen Angehörige allein, sodass die Wohnung mit drei Gästen voll belegt ist. „Es hat sich in den sechs Jahren gut eingependelt“, bilanziert Sonja Kulschewski, „wir haben weder große Wartezeiten noch großen Leerstand.“ Mehr als 1500 Übernachtungen seien bisher möglich gemacht worden – alle durch Unterstützung von Starthilfe-, Unternehmens- und Langzeit-Spendern. 392 Übernachtungen waren es allein im vergangenen Jahr.

 „Es ist ein Ehrenamt, das zeitlich nicht ganz so aufwendig ist“, erläutert Jutta Grönhagen. „Wir sind einmal die Woche hier, und das kann man gut leisten.“ Montags bis freitags in der Kernzeit von 15 bis 16 Uhr ist je ein Zweierteam in der Wohnung, um Gäste zu begrüßen und um Absprachen mit weiteren Gästen zu treffen, die unter Tel. 0431/8001087 in der Wohnung anrufen. „In der Regel vergeben wir die Zimmer wochenweise. Es gibt aber Angehörige von Krebspatienten, die zur Kontrolle in die Klinik müssen, die suchen nur etwas für ein Wochenende. Oft sind es 14 Tage, selten vier bis sechs Wochen.“ Man fühle sich durch diese Tätigkeit verbunden, sagt Grönhagen, die Angehörigen öffneten sich leichter, weil sie wüssten, dass alle Ehrenamtler auch mit der Erkrankung zu tun haben. „Unsere Dienste sind auch für uns eine Bereicherung, die Gäste sind oft sehr dankbar, und das äußern sie auch“, ergänzt Britta Andresen, Sprecherin des Teams der Angehörigenwohnung.

 Dieses Team besteht zurzeit aus acht Frauen, die dringend Unterstützung benötigen. Darüber hinaus wäre es „schön, wenn mal ein Mann im Hintergrund zur Verfügung stehen würde, für kleinere Arbeiten.“ Die Wohnung sei komplett fertig, aber neulich erst habe ein Schloss an der Küchentür ausgewechselt werden müssen und sie vor kleine Probleme gestellt. Für den Aufbau neuer Möbel habe sich die Familie von Britta Andresen nach Feierabend zum Schrauben in der Wohnung getroffen. Besser wäre ein dauerhafter Helfer, „gerne zum Beispiel ein Rentner mit handwerklichem Geschick. Er braucht ja gar nicht die Dienste mitzumachen.“ Das Saubermachen der Wohnung gehört übrigens nicht zu den Aufgaben der Team-Mitglieder.

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Ein Artikel von
Christian Trutschel
Lokalredaktion Kiel/SH

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