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Nachkriegsschloss im Dornröschenschlaf

Schloss Kiel Nachkriegsschloss im Dornröschenschlaf

Früher ein Kreuzungspunkt nordeuropäischer Geschichte, heute ein nüchterner Backsteinbau: Der Freundeskreis Kieler Schloss will eine Debatte darüber anregen, wie das Schlossareal Kiel an prominenter Stelle aufgewertet werden kann. Den ersten Anstoß dazu soll ein Symposium am Sonntag, 27. September liefern.

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Modelle werden am Rande des Symposiums zeigen, wie das Kieler Schloss vor seiner Zerstörung im zweiten Weltkrieg ausgesehen hat.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Die Initiatoren der öffentlichen Tagung, Rüdiger und Cordelia Andreßen, streben keineswegs einen Wiederaufbau der alten Schlosshülle an, wie etwa in Berlin oder Potsdam. Sie möchten das neue Schloss, das die „Bürde hat, eine lange Geschichte zu tragen und an einem bedeutsamen Ort zu stehen“ in die Zukunft überführen. Wie diese Zukunft aussehen kann – darüber möchte der Freundeskreis Kieler Schloss keine fertigen Konzepte vorlegen. Das müsse in einem demokratischen Prozess entstehen. „Der Gedanke muss wachsen, und das wollen wir anstoßen“, sagt Cordelia Andreßen. Der erste Schritt zur „Wiedererweckung der Kieler Akropolis“ bestehe darin, die Bürger davon zu überzeugen, „dass dort etwas steht, was großen Wert hat und es verdient, aufgewertet zu werden“, erklärt Rüdiger Andreßen.

 „Wo, bitte, geht’s hier zum Schloss?“ – Unter diesem vielsagenden Titel soll das Symposium in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte einen Impuls dafür geben, dass das Ensemble auf dem Schlosshügel wieder zu einer wirklichen Sehenswürdigkeit wird. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Dr. Oliver Auge, Direktor der Abteilung für Regionalgeschichte beim Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität (CAU), übernommen. Historiker aus Kiel, Hamburg und St. Petersburg führen die Besucher in Vorträgen und anschließenden Diskussionsrunden durch die Geschichte des Kieler Schlosses von der mittelalterlichen Burg bis zur Kaiserzeit, als Prinz Heinrich, Enkel von Queen Victoria und Bruder Wilhelms I., immerhin fast 40 Jahre hier residierte. Über die Zerstörung und den Wiederaufbau spricht aus der Sicht des Zeitzeugen Dipl.-Ing. Erhart Kettner. Er will unter anderem erklären, warum der Schlossbezirk in den 60er-Jahren so gestaltet wurde, wie er sich heute darstellt. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer beschäftigt sich dann mit der Frage, ob die Landeshauptstadt überhaupt eine Residenz braucht.

 Um die Vorstellungskraft der Teilnehmer anzuregen, werden Modelle des Schlosses in verschiedenen Phasen gezeigt. Außerdem wird der Film „Geschichte eines Schlosses im Zeitraffer“ von Christian Onnasch uraufgeführt. Zum Abschluss des Symposiums können die Besucher mit Wilhelm von Boddien (Förderverein Berliner Schloss), Dr. Jens Ahlers (Direktor der Landesbibliothek), und Prof. Dr. Detlev Kraack (Vorsitzender der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte) in eine Visionsrunde gehen. Nach der umfassenden geschichtlichen Betrachtung soll schon einmal angerissen werden, wie das Schloss – vielleicht als neuer alter kultureller Mittelpunkt – aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden könnte.

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