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Viel mehr als nur ein Meilenstein

Schlossquartier Viel mehr als nur ein Meilenstein

Startsignal für ein 70 Millionen Euro teures Wohnprojekt in der Kieler Innenstadt: Mit einem Spatenstich läuteten die Investoren den Bau von 213 Miet- und Eigentumswohnungen im Schlossquartier ein. Im Sommer 2018 sollen die ersten Bewohner einziehen können.

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Die Bauherren des Schlossquartiers werben vor allem mit der Lage im Zentrum Kiels zwischen Altem Markt (rechts) und Schlossplatz (links): Die Kiellinie, der Schlossgarten, Supermärkte, Restaurants und zahlreiche Kultureinrichtungen liegen in Fußnähe.

Quelle: NGEG

Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sprach mit Blick auf weitere Innenstadt-Projekte wie Alte Feuerwache und Kleiner Kiel-Kanal nicht nur von einem Meilenstein, sondern sogar von epochaler Wirkung für die gesamte Stadt.

Rund drei Jahre nach Ankauf des ersten Grundstücks und Räumung des Baufeldes beginnen Anfang März die Arbeiten mit der Entsiegelung der Flächen, der Kampfmittelsondierung und den begleitenden archäologischen Untersuchungen. 130 Eigentumswohnungen, zwei Mietwohnungshäuser mit 83 Wohnungen, sieben Läden im Erdgeschoss und eine große Tiefgarage mit 165 Stellplätzen – das sind die Eckdaten des Projekts, das am Freitag die Stadtspitze sowie SPD, Grüne und SSW als Schub für Kiels Mitte feierten.

Schwieriger Weg bis zum Grundstein

Wie schwierig der Weg bis zur Grundsteinlegung war, daran erinnerten die Bauherren – die Norddeutsche Grundstücksgesellschaft (NGEG), seit 2014 zusammen mit der ABG Allgemeine Betreuungsgesellschaft – in ihren Grußworten ebenso wie an die gescheiterten Versuche früherer Investoren. Beide NGEG-Gesellschafter Niels Bunzen und Carl Hermann Schleifer verwiesen auf etliche Stolpersteine, zum Beispiel auf hohe Erwerbskosten sowie Ansprüche „schwergewichtiger Nachbarn“ und des Denkmalschutzes. „Viele Beteiligte mussten über den eigenen Schatten springen“, berichtete auch Kämpfer.

Von der Idee, Wohnen zurück ins Zentrum zu bringen, ließen sich Bunzen und Schleifer trotz so mancher Hürden nicht mehr abbringen. Zumal sie, wie Bunzen lobte, in der Bauverwaltung und bei der Politik große Unterstützung fanden: „Hier bauen Kieler für Kiel“.

Eine "grüne Oase" soll sich bilden

Wer künftig im Schlossquartier in den fünf- bis siebengeschossigen Gebäude wohnt, kann auf Bäume in der Schlossstraße und in Innenhöfe schauen, die laut NGEG „grüne Oasen“ werden sollen. Grün und nachhaltig soll auch die Bauweise sein: Das Schlossquartier sei das erste Wohnprojekt mit einer LEED-Gold-Vorzertifizierung (hohe Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Wasser und Material sowie ein deutlich reduzierter Energiebedarf). Außerdem bekommt es ein Dekra-Siegel für die permanente Überwachung der Bauqualität. Das alles hat seinen Preis: Die Eigentumswohnungen, die zwischen 48 und 133 Quadratmeter groß sind, kosten zwischen 3000 bis 6000 Euro pro Quadratmeter. Die Kieler Stadthaus GmbH, die den Vertrieb übernommen hat, registriert bereits jetzt ein großes Interesse: Ein Drittel der barrierearmen Wohnungen sei überwiegend an Ältere aus der Region, aber auch an Schweizer und US-Amerikaner verkauft, obwohl noch keine Anzeige geschaltet worden sei, erklärte Geschäftsführer Bernd Hoffmeister. Auch für die sieben Läden im Erdgeschoss meldeten schon Bäckereien, Optiker und ein Café-Betreiber ihr Interesse an.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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