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Schneller von Kiel nach Lübeck

Bahn-Ausbau Schneller von Kiel nach Lübeck

Bahnpendler sollen von 2018 an in weniger als einer Stunde von Kiel nach Lübeck fahren können. Kritik hagelt es von Kommunen entlang der Trasse, in denen die Züge zum Teil deutlich seltener halten werden. Große Hoffnungen setzt jetzt vor allem Preetz in eine neue Potenzialanalyse und in ein Fahrplanmodell, für das die Stadt selbst kräftig investieren würde.

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9000 Fahrgäste sind jeden Tag zwischen der Landeshauptstadt und Lübeck unterwegs. Vor allem Pendler nutzen die Linie.

Quelle: dpa

Kiel. 9000 Fahrgäste sind jeden Tag zwischen der Landeshauptstadt und Lübeck unterwegs. Vor allem Pendler nutzen die Linie. Um die prognostizierten 20 Prozent mehr Fahrgäste zu mobilisieren, soll die Fahrzeit mit einem neuen stündlichen Schnellzug auf 57 Minuten reduziert werden. Bislang benötigt der Regionalexpress eine Fahrzeit von einer Stunde und acht Minuten. Um das gesteckte Ziel zu erreichen, soll der geplante Schnellzug nicht mehr in Raisdorf und Preetz halten. Parallel würde laut Referenzfahrplan eine langsame Regionalbahn-Verbindung mit Haltestellen an allen Bahnhöfen aufrecht erhalten werden.

 Pläne, die auf teils massive Kritik stoßen: „Besonders in Preetz, Plön und Ascheberg gibt es Debatten, wie der konkrete Fahrplan auszusehen hat“, sagt Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD).

 Alternative Konzepte hat der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) prüfen lassen. „Die Ergebnisse zeigen, dass mit einer deutlichen Ausweitung des Angebotes vor allem im Abschnitt Preetz und Kiel zusätzliche Kurzstrecken-Fahrgäste gewonnen werden können“, sagt Claudia Kolbeck von Nah.SH. Demnach könnte eine dritte Linie, die nur zwischen Kiel und Preetz mit Halt in Elmschenhagen und Raisdorf unterwegs ist, geschaffen werden. Eine weitere Variante: Der Schnellzug hält im Zwei-Stunden-Takt auch in Preetz.

 Wolfgang Schneider, Bürgermeister in Preetz, setzt auf eine dritte Linie, durch die pro Stunde insgesamt vier Verbindungen nach Kiel und zwei nach Lübeck möglich würden. „Für eine so verbesserte Anbindung an die beiden wichtigsten Städte würden wir auch investieren“, sagt Schneider. Preetz müsste dann ein zusätzliches Gleis für wartende und wendende Züge bauen. „Es wäre gut angelegtes Geld, zumal wir Platz haben und mit einer Förderquote von 75 Prozent der Kosten rechnen“, so Schneider. Zurzeit werden die Kosten für den 4000 Meter langen Gleisstrang kalkuliert.

 Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) drängt unterdessen darauf, die Schnellzug-Variante umzusetzen. „Bislang ist weder die Straßen- noch die Gleisverbindung zwischen Kiel und Lübeck akzeptabel“, sagt er. „Beide Städte per Zug in weniger als einer Stunde Fahrzeit zu verbinden, wäre dem 21. Jahrhundert angemessen.“ Wichtig sei, dass die Städte dazwischen nicht den Preis zahlen müssten.

 Zurzeit werden die Fahrplan-Varianten untersucht. Eine Entscheidung wollen Verkehrsministerium und Nah.SH bis Jahresende fällen.

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Kiel und Lübeck sollen dichter zusammenrücken. Zumindest per Bahn ist mit dem Ausbau der eingleisigen Bahnstrecke eine deutliche Erleichterung für Pendler in greifbarer Nähe. Binnen weniger als einer Stunde von der Landeshaupt- in die Hansestadt zu gelangen, das wäre ein Fortschritt für das Land und eine echte Alternative, aus Zeit- und Stressgründen vom Auto auf die Bahn umzusteigen.

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