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Schöne Ferien: Jetzt geht die Arbeit erst los

Schleswig-Holstein Schöne Ferien: Jetzt geht die Arbeit erst los

Endlich Sommerferien! Das heißt für viele Schüler baden, in den Urlaub fahren oder einfach „chillen“. Einige Jugendliche wollen die freie Sommerzeit aber auch nutzen, um ihr Taschengeld aufzubessern.

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Torte, Kaffee und vor allem Erdbeeren, Erdbeeren, Erdbeeren: Die Schülerinnen Sina Pede (16) und Carolin Zimmermann (18, von links) betreuen auf dem Himbeerhof Steinwehr Waffelbude und Cafeteria.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. Ob beim Rasen mähen, kellnern oder Haustiere betreuen, ist dabei eher zweitrangig. Doch nicht nur der finanzielle Vorteil ist interessant. Auch die sogenannten „Soft Skills“, wie Pünktlichkeit und Belastungsfähigkeit, können die jungen Menschen beim Jobben erlernen.

 Daher rät die Agentur für Arbeit, sich den Job in Hinblick auf künftige Berufswünsche zu suchen. So wie die 16-jährige Bente Detlefs, die ehrenamtlich bei den Awo-Strandfahrten aushilft. Sie hat als Kind selbst das Dorf besucht und möchte Erzieherin werden. „Es bringt mir Spaß, den Kinder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, erklärt die Realschulabsolventin. Seit 2013 hilft sie, damals noch als Jungbetreuerin, am Falckensteiner Strand mit. Das Lob für ihre Arbeit gebe ihr Selbstbewusstsein, so das junge Mädchen. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr wird sie im Strandkindergarten der Awo absolvieren.

 Den Arbeitsagenturen werden aufgrund der strengen arbeitsrechtlichen Bestimmungen weniger Ferienjobs für 15 bis 18-Jährige angeboten. Matthias Schulz vom Himbeerhof Steinwehr kann das nicht verstehen: „Ohne Schüler könnten wir unsere Felder gar nicht besetzen.“ Außerdem sichere sich der Himbeerhof so seinen Nachwuchs. Viele der Schüler fangen mit 16 Jahren an und bleiben bis zum Studium auf dem Hof. Auch Lauritz Heller hat in diesem Alter auf dem Hof angefangen. Der inzwischen 19-Jährige wollte sich damals Geld für seinen Roller und den Urlaub dazuverdienen. Er betreut das Himbeerfeld zum Selbst-Pflücken inzwischen sehr souverän. Der Schüler genießt die Arbeit an der frischen Luft, auch wenn es im kleinen Erdbeerstand im Sommer heiß wird. Für Sina Pede ist es das erste Jahr in Steinwehr. Einige ihrer Freundinnen und ihre Mutter arbeiten bereits in der Waffelbude, Cafeteria und Gemüsebude. „Es ist eine ganz neue Erfahrung, etwas für sein Geld zu tun“, findet sie. Dem kann die 18-jährige Abiturientin Carolin Zimmermann nur zustimmen. Die angehende Studentin möchte das Geld für ihre erste eigene Wohnung sparen.

 Vielen Arbeitgebern sind die sechs Wochen Ferienzeit allerdings zu kurz. Erfahrene Minijobber und Studierende machen den Schülern Konkurrenz. „Wir stellen schon im März ein“, erzählt Eisparadies-Betreiberin Daniela Jipp, die rund 20 junge Mitarbeiter, darunter auch Schüler, beschäftigt. „Die Einarbeitungszeit brauchen wir, damit in der Hauptsaison alles funktioniert.“ Dem kann Heidi Rönnau von der Fischbude am Schönberger Strand nur beipflichten. Bei ihr kommen die Aushilfen daher in der Vorsaison zum Anlernen. Die 26-jährige Sara Toschke kommt seit zehn Jahren in den Ferien zum Arbeiten. Ihre Mutter hat damals auch hier gearbeitet. „Wir haben den schönsten Arbeitsplatz der Welt“, schwärmt die Studentin mit Blick auf das Meer. Bei schönem Wetter gibt es eine vom Chef verordnete Zwangsbadepause.

 Die meisten Ferienjobs werden bereits einige Monate vor Sommerferienbeginn vergeben. Das heiße jedoch nicht, dass man kurzfristig keine Chance mehr hat, sagt Rainer Wolf von der Nebenjobzentrale. Bei der Bewerbung sind sich alle Betreiber einig: Sie muss selbstständig und am besten telefonisch oder vor Ort erfolgen. Sollten die Eltern den Bewerber zum Vorstellungsgespräch begleiten oder sogar den Anruf beim Arbeitgeber übernehmen, macht das einen schlechten Eindruck. „Wenn sich die Schüler nicht selbstständig hier vorstellen können, können sie auch nicht selbstständig arbeiten“, so Rönnau.

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