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Tote Fische: Zu wenig Sauerstoff?

Schreventeich Tote Fische: Zu wenig Sauerstoff?

Vor einigen Tagen war die Teichfauna am Schreventeich in Aufruhr. Auch einige Parkbesucher waren beunruhigt: Sie hatten beobachtetet, dass viele kleine Fische tot im und am Wasser lagen. Die Biologen rätseln noch.

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Durch unangenehmen Geruch war der Schrevenpark für einige Tage nicht mehr die erholsame grüne Oase.

Quelle: Jan Köhler-Kaeß (Archiv)

Kiel. Rund um den Schreventeich herrscht Ruhe. Ein Kormoran breitet majestätisch seine Flügel aus und blickt auf die glatte Wasseroberfläche. Nichts. Er legt das Gefieder wieder an. Jetzt ist die Welt hier wieder in Ordnung. Noch vor einer Woche gab es deutlich mehr zu sehen. Biologe Carsten Harrje vom Grünflächenamt ist den Aussagen besorgter Anrufer auf den Grund gegangen. Auch Mitarbeiter des Grünflächenamtes hätten „sehr viele Möwen und zwei, drei tote Cypriniden, das sind kleine karpfenartige Fische, gesehen“. Daher ist Carsten Harrje am Dienstag selbst zum Schrevenpark gefahren und erblickte tatsächlich „an der Bucht zur Sternstraße einen größeren Schwarm Lachmöwen, die sich über dem Wasser tummelten.“ Offensichtlich waren die Tiere dabei, tote oder sterbende Fische zu erbeuten, vermutet der Biologe. „Wenn die Fische geschädigt sind, schwimmen sie Richtung Wasseroberfläche, sind also für die Vögel dann selbst im trüben Teichwasser gut zu sehen.“ Die Möwen seien Aas- respektive Allesfresser und stillen ihren Hunger auch mit den toten Teichfischen. Der Kormoran hingegen nimmt nur Beute, die sich noch bewegt.

Raubte Algenblüte den Sauerstoff?

Carsten Harrje vermutete, dass ein Sauerstoffmangel für das Verenden der Fische verantwortlich sei und ließ den Sauerstoffgehalt des Wassers messen. Das Ergebnis: vier Milligramm pro Liter. Ein Wert, der über der kritischen Grenze von zwei Milligramm liegt, die zum Fischsterben führt, aber dennoch weit unter den teichüblichen 10 bis 15 Milligramm. Verantwortlich hierfür könnte eine Algenblüte sein, vermutet der Fachmann. Diese sei aber für Teiche natürlich und nicht besorgniserregend. Im grünen Zustand produzieren die Algen viel Sauerstoff, sobald sie jedoch absterben, auf den Grund sinken und zu kompostieren beginnen, verbrauchen sie Sauerstoff. Warum es gerade vor über einer Woche zum Absterben der Algen gekommen sein soll, ist dem Biologen rätselhaft. Ein plötzlicher Temperaturabfall könne es nicht gewesen sein, „vielleicht ein Mangel an Licht“. Auch andere sauerstoffzehrende Prozesse hält das Grünflächenamt für möglich, zum Beispiel wenn Schlamm aufgewühlt werde. Doch was wiederum hierfür verantwortlich sein könnte, kann sich Harrje nicht erklären.

Für eher unwahrscheinlich hält er die Theorie, dass Gift zum Fischsterben geführt habe. „Das müssten schon größere Mengen gewesen sein.“ Auch die besorgten Parkbesucher, die meinten, Ölgestank im Teich wahrgenommen zu haben, kann Harrje beruhigen: „Wir haben keine Auffälligkeiten gesehen.“

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