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#Fischdetektive helfen Forschern

Schüler sammeln Proben #Fischdetektive helfen Forschern

Mit einer Pinzette pult Annika Beckröge (14) Gewebe aus der Sardine. Zu Forschungszwecken stopft sie ein Stückchen Fisch in ein Röhrchen. Fertig ist die Laborprobe. Bundesweit sind Zehn- bis 16-Jährige aufgerufen, solche Fischproben an das Kieler Geomar Helmholtz-Zentrum zu verschicken.

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Sprotte oder Sardine? Deckt sich die Angabe aus dem Supermarkt mit der DNA-Probe? Emma Schwitzer (li.) und Annika Beckröge wollen es wissen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Drei Wochen lang läuft das Citizen-Science-Projekt #Fischdetektive des Geomar Helmholtz-Zentrums in Kiel. Zusammen mit den Wissenschaftlern können die Kinder und Jugendlichen herausfinden, „wo die Fische, die wir essen, wirklich herkommen, und ob wirklich das drin steckt, was auf den Etiketten draufsteht“, erklärt Projektkoordinatorin Dr. Anna Bockelmann.

Die von Schülern bundesweit im Supermarkt oder Restaurant, beim Fischhändler oder auf dem Markt gesammelten Fischgewebe-Proben schicken sie anschließend an die Forscher in Kiel, wo der Fisch genetisch analysiert wird. Mit ihrem Vorhaben, das im Wissenschaftsjahr „Meere und Ozeane“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 130.000 Euro gefördert wird, verfolgen die Forscher laut Projektleiter Prof. Thorsten Reusch das Kernziel, Art, Herkunft und Deklaration der Fische im deutschen Handel zu bestimmen und zu überprüfen. Zum ersten Mal würden die Meeresforscher für eine wissenschaftliche Studie die Bevölkerung zur Erhebung von Daten und Proben einbinden. „So viele Daten könnte ein einzelner Forscher natürlich nie sammeln“, schätzt Reusch. Auf diesem Wege ließen sich nicht nur riesige Datenmengen erheben, sondern noch weitere Projektziele verfolgen: „Wir fördern bei den Heranwachsenden die naturwissenschaftlichen Kompetenzen und stärken ihre Verbrauchermündigkeit.“

Letzteres sei dringend nötig. Mindestens die Hälfte bis Zweidrittel des gesamten Fischbestandes weltweit sei überfischt. Die Fischdetektive lernen, dass es einen Ausweg aus der Überfischung gibt: Verbraucher können durch ihr Kaufverhalten eine nachhaltige Fischbewirtschaftung einfordern. Dazu müssen sie wissen, was sie kaufen. Seit 2013 gibt es daher eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für Fisch: Bei jedem verkauften Fischprodukt muss der wissenschaftliche Name des Fisches genannt werden, zudem Handelsname, Fanggebiet und Fangmethode. Die Fischdetektive sollen genau diese Informationen ablesen oder erfragen und notieren. Die Angaben werden dann mit den DNA-Ergebnissen aus der Fischprobe verglichen.

Infos unter www.fischdetektive.de oder in der Webapp 

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