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Astrid Fock besetzt die zweite Schulratsstelle

Schulamt atmet auf Astrid Fock besetzt die zweite Schulratsstelle

Ärger, Verunsicherung und Belastungen bis an die Schmerzgrenze im Kieler Schulamt schienen (fast) vergessen. Nach fast zwei Jahren hat Schulrätin Barbara Weber seit Mittwoch endlich wieder eine Kollegin an ihrer Seite, die die Schulaufsicht in der Landeshauptstadt offiziell komplettiert.

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Doppelspitze wieder komplett: Neben Barbara Weber (re.) ist Astrid Fock (2. v. li.) nun die zweite Kieler Schulrätin. Bildungsdezernentin Renate Treutel und Hans Stäcker aus dem Schulministerium gratulierten ihr zur Amtseinführung.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Astrid Fock heißt die neue Schulrätin, die sich nun vorrangig um die Entwicklung der 23 Kieler Grundschulen kümmern wird.

 Die Erleichterung über die personelle Verstärkung war Barbara Weber förmlich ins Gesicht geschrieben. Mit einem „Schön, dass Sie da sind“ überreichte sie ihrer neuen Schulratskollegin wohl nicht zufällig ein Schoko-Einhorn. Schließlich gelte das Fabelwesen als Glücksbringer und sei zudem mit der Fähigkeit gesegnet, gute Dinge voraussehen zu können.

 Mit Glück und guten Dingen war die Kieler Schulaufsicht in der Vergangenheit nicht unbedingt reich gesegnet. Erst wandte sich die zweite Schulrätin Dagmar Lorenzen ab etwa Mitte 2015 zunehmend anderen Aufgaben im Bildungsministerium zu, bis sie im Januar 2016 komplett dorthin wechselte. Kurze Zeit später kam es im März zu einem regelrechten Eklat.

 Auslöser dafür war ein Plan des Bildungsministeriums: Wie berichtet, sollte Barbara Weber „aus organisatorischen Gründen“ kurzfristig zum 1. April die Stelle mit ihrem Plöner Schulratskollegen Stefan Beeg tauschen. Im Raum stand damals auch die komplette Streichung der zweiten Kieler Schulratsstelle.

 Die harsche Kritik von Elternvertretungen, der Bildungsgewerkschaft GEW sowie der Kieler Stadtverwaltung zeigte Wirkung: Das Land nahm die Personalentscheidung wieder zurück, stellte sogar eine Wiederbesetzung der zweiten Schulratsstelle in Aussicht. Dieses Versprechen hat das Ministerium nun auch eingelöst.

 Barbara Weber ging bei der Amtseinführung ihrer neuen Kollegin zwar nicht direkt auf die mit der Stellenvakanz verbundenen Belastungen ein – zum Beispiel die schulische Integration vieler Flüchtlingskinder oder die Organisation von Daz-Kursen (Deutsch als Zweitsprache). Sie bedankte sich jedoch ausgesprochen herzlich bei ihrem Team für eine „tolle Leistung“: „Sie haben in dieser Zeit oft ihre persönlichen Belange zurückgestellt. Dies hat es möglich gemacht, dass unser Amt funktionstüchtig blieb und nicht abgesoffen ist.“

 Auch Bildungsdezernentin Renate Treutel zollte Barbara Weber und ihren Kollegen Respekt: „Ich weiß, welch bittere Zeit Sie hinter sich haben. Sie mussten sich dabei regelrecht durchbeißen. Aber Sie haben ihre Sache toll gemacht.“ Umso erfreulicher sei die Wiederbesetzung der zweiten Schulratsstelle, „was ja nicht immer ganz klar war“.

 Die Neue an der Seite von Barbara Weber hat nach drei Monaten Einarbeitungszeit nun ein ganzes Bündel von Aufgaben vor sich. Um Fortschritte bei Schulsozialarbeit, Schüler-Assistenz oder Ganztagsschulen will sich 53-Jährige ebenso kümmern wie um das Thema Integration oder interkulturelle Öffnung.

 Gerade dafür bringt die ausgebildete Grund-, Haupt- und Realschullehrerin (Fächer: Mathematik, Physik, Geografie) offenbar beste Voraussetzungen mit. Schließlich arbeitete Astrid Fock zwei Jahre lang an einer deutschen Schule in Argentinien. „Es hat mich immer schon gereizt, andere Kulturen kennenzulernen. Und die dabei gewonnenen Erkenntnisse könnten gerade jetzt sehr hilfreich sein.“

 Pädagogische Erfahrungen sammelte Astrid Fock aber natürlich auch in Deutschland, zuletzt in Eutin an der Gemeinschaftsschule an den Auewiesen. Dort wirkte sie insgesamt sieben Jahre, drei davon als Schulleiterin. Trotz der neuen Aufgabe in Kiel bleibt die Schulrätin aber ihrem angestammten Wohnort Scharbeutz treu. Ihren Führungsstil beschreibt Astrid Fock so: „Ich bin zwar offen und kommunikativ, aber ganz bestimmt keine Ja-Sagerin. Gegenargumente müssen mich schon überzeugen.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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