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Kieler Schulen lehnten junge Flüchtlinge ab

Schulausschusssitzung Kieler Schulen lehnten junge Flüchtlinge ab

Die Verteilung junger Flüchtlinge aus sogenannten DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) in Regelschulen verläuft in Kiel offenbar nicht störungsfrei. „Die Solidarität einiger Schulen lässt hierbei deutlich zu wünschen übrig. Das kann so nicht bleiben“, machte Schulrätin Barbara Weber in der Schulausschusssitzung ihrem Ärger Luft.

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Unterricht in der Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld: Beim Übergang auf die Regelschulen gab es zuletzt offenbar Probleme.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Hintergrund dafür war die Weigerung einiger Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe, 13 DAZ-Schüler trotz einer Gymnasialempfehlung aufzunehmen.

 Diese Weigerung mochte die Schulrätin allerdings nicht klaglos hinnehmen und informierte die Schulaufsicht für die Gymnasien im Ministerium darüber. Offenbar mit Erfolg. „Die Aufnahmezusagen der Schulen liegen jetzt vor“, erklärte Barbara Weber auf Nachfrage bereits am Tag nach der Ausschusssitzung. Ob dieser plötzliche Sinneswandel der Schulen aufgrund ihrer Beschwerde beim Ministerium zustande kam, konnte die Schulrätin nur vermuten: „Aber so sieht es aus.“

 Ministeriumssprecher Thomas Schunck bestätigte auf Nachfrage der Kieler Nachrichten die zwischenzeitlichen Irritationen. So habe zum Beispiel ein Gymnasium seine Aufnahmeverweigerung damit begründet, dass der DAZ-Schüler kein Instrument spiele, was aber beim musisch ausgerichteten Konzept der Schule unbedingt erforderlich sei.

"Kuh ist vom Eis"

 In einem anderen Fall habe die Schulleitung erklärt, dass die Aufnahme aufgrund bereits voll belegter Klassen nicht möglich sei. Daraufhin habe das Ministerium dieser Schule laut Schunck deutlich gemacht, „dass dies kein Argument“ für die Ablehnung eines DAZ-Schülers sein könne. „Inzwischen ist die Kuh aber in allen Fällen vom Eis“, betonte der Sprecher, der solche Diskussionen mit Schulleitungen als „absolut normalen Vorgang“ einstuft und die Integrationsbemühungen der Schulen in höchsten Tönen lobt.

 So verdienten die Lehrkräfte in Schleswig-Holstein „großen Respekt“ beim Umgang mit der Herausforderung steigender Flüchtlingszahlen. „Jetzt treten wir in eine Phase der Überleitung von Schülern aus DAZ-Basiskursen in Regelschulen ein. Das ist eine weitere Herausforderung und es ist immer wichtiger, dass alle Beteiligten sich gut abstimmen, damit das Verfahren gut strukturiert abläuft.“

 Dabei helfen sollen künftig regelmäßige Treffen von Vertretern des Ministeriums mit den Kieler Schulrätinnen sowie den zuständigen Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Schunck legte allerdings Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem ersten Treffen bereits am morgigen Dienstag „nicht um ein Krisengespräch“ anlässlich der Irritationen um die Aufnahme der Schüler aus DAZ-Klassen handele: „Es ist eindeutig, dass sich die gesamte Kieler Schullandschaft mit allen Beteiligten als Einheit versteht und diese Herausforderung gemeinsam und konstruktiv angeht.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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