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Von- und miteinander lernen

Schulhund Von- und miteinander lernen

Ausgesprochen leise geht es seit kurzem im Englisch- und Französisch-Unterricht der Christlichen Schule zu. Die Acht- und Zehntklässler arbeiten ausgesprochen konzentriert. Der Grund dafür heißt Leyla: Seit dem Sommer begleitet die anderthalbjährige Schulhündin von Zeit zu Zeit die Klassen

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„In der Klasse ist es viel ruhiger geworden, seitdem Leyla da ist“, finden die Schüler der 8 b. Der Schulhund lässt sich von den Schülern wie Anastasia (links) gern streicheln und mit Leckerli füttern.

Quelle: Jennifer Ruske

Hassee/Vieburg. Die Mischung aus einem norwegischen Buhund und einem Zwergpinscher mit dem ausgesprochen freundlichen Wesen kommt durch ihr Frauchen, Lehrerin Valérie Renard, von Zeit zu Zeit in den Unterricht der Gemeinschaftsschule.

„Wir müssen leise sein, wenn Leyla da ist, sonst erschrickt der Hund“, sagt Jasper (13). Weil sich alle Schüler der 8b dran halten, sei die Klassenatmosphäre viel ruhiger und entspannter geworden, finden Anastasia und Linda (beide 14). „Es ist toll, dass Leyla im Unterricht zu uns kommt. Wir sind zwar mal kurz abgelenkt und streicheln sie, ist aber dann gleich wieder konzentriert“, sagt auch Maxi (13). Man müsse allerdings aufpassen, dass nichts am Boden liegt, ergänzt Linda: Denn was die Hündin dort findet, hält sie für ein prima Spielzeug. So lernen die Jugendlichen auch, ein bisschen Ordnung zu halten – und gleichzeitig auf den Hund und seine Befindlichkeit zu achten.

Hunde-Knigge durchaus auf Menschen übertragbar

„Wenn Leyla Ruhe braucht, legt sie sich in ihr Körbchen“, erklärt Lehrerin Renard. Dort wird sie von den Schülern nicht gestört. Das besagt der Hunde-Knigge, den die Lehrerin und ihre Schüler zusammen aufgestellt haben. „Die Schüler lernen viel von Leyla, Achtsamkeit zum Beispiel. Den Respekt, den sie dem Hund entgegen bringen, bringen sie schlussendlich auch ihren Mitschülern entgegen“, sagt Renard, die noch mitten in der Ausbildung ihrer Hündin steckt.

Beim Training in der Klasse dürfen die Kinder mitmachen. „Wir dürfen ihr Leckerli geben, wenn sie Sitz oder Platz macht“, sagt Fabini (13). „Sie kann auch die Pfote geben“, berichtet Anastasia und zeigt zusammen mit ihren Mitschülern im Stuhlkreis, wie sie mit dem Hund umgehen. „Wenn Leyla da ist, macht der Unterricht mehr Spaß“, finden alle.

„So mancher Schüler kommt dank Leyla wieder gern zur Schule“, hat auch die Pädagogin festgestellt. Und das freut nicht nur die gebürtige Belgierin, die seit zehn Jahren an der Christlichen Schule in Hassee unterrichtet, sondern auch Schulleitung und Eltern. Die hätten das „Projekt Schulhund“ von Anfang an begrüßt. Die Lehrerin möchte den Hund demnächst sogar noch aktiver im Unterricht einsetzen: „Ich will ihr kleine Aufgaben beibringen, den Schülern zum Beispiel die Übungen an den Platz zu bringen.“ Das aber muss die junge Hündin noch lernen.

Unterricht schlaucht auch die Hündin

Lernen können aber auch die jüngeren Schüler im Biologie-Unterricht vom Hund: „Ich gehe mit Leyla auch in fünfte oder sechste Klassen, wenn dort das Thema Hund ansteht.“ Zu viel Programm darf die junge Hündin jedoch nicht auf ihrem Stundenplan stehen haben: „Zwei bis dreimal pro Woche kann sie einige Unterrichtsstunden lang mit in die Schule. Mehr wäre zu viel“, weiß die Lehrerin. „So eine Schulstunde ist schon sehr anstrengend für sie.“ Nach Schulschluss ist für sie daher erst mal Ausruhen angesagt.

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