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Ausbaupläne wurden abgelehnt

Rendsburger Landstraße Ausbaupläne wurden abgelehnt

Der Ortsbeirat Hassee/Vieburg lehnt den von der Stadt geplanten Ausbau der Rendsburger Landstraße ab. Das haben die Mitglieder einstimmig auf ihrer Sitzung am Dienstagabend beschlossen. Einem Ausbau der Fahrbahn steht der Ortsbeirat aber nicht grundsätzlich im Wege.

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Die Rendsburger Landstraße ist, wie hier in Höhe der Hausnummer 150, ist unübersichtlich. Einem Ausbau stellt sich der Ortsbeirat nicht in den Weg, den geplanten Fahrradschutzstreifen lehnt er jedoch ab.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Hassee/Vieburg. Doch der geplante Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn der vielbefahrenen und mit Lkw-Verkehr stark belasteten Straße ist dem Gremium nicht sicher genug. Mit seiner Entscheidung spricht der Ortsbeirat einer Vielzahl von Bürgern aus dem Herzen, die sich in den vergangenen Wochen massiv gegen den Schutzstreifen aussprachen.

Für die Ablehnung der Pläne gab es mehrere Gründe: Die Eile, mit der die Verwaltung ein Votum des Ortsbeirates einforderte war einer davon. Dadurch habe die Zeit gefehlt, die Bürger umfassend zu beteiligen und zu informieren. Die Stadt habe in den Planungen zu wenig Raum für die Berücksichtigung der Bürgerbedarfe eingeräumt, heißt es in der Begründung der Ablehnung.

 Erst im Mai hatte ein Vertreter des Tiefbauamtes im Ortsbeirat die Ausbaupläne vorgestellt, an denen die Stadt bereits seit drei Jahren arbeitet. Sie sehen vor, in der Rendsburger Landstraße zwischen Achterwehrer Straße und Gärtnerstraße zwei zweieinhalb Meter breite Gehwege mit hohem Bordstein und zwei je zwei Meter breite Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn einzurichten.

 Die Kosten des Ausbaus werden unter anderem auf die Anlieger der gesamten Rendsburger Straße umgelegt. Im Juni hatte der Ortsbeirat aufgrund von verschiedenen Fragen und fehlenden Informationen seinen Beschluss vertagt – und den Ämtern einen umfassenden Katalog mit Fragen unter anderem zu Ausbaualternativen und Kosten geschickt. Eine Antwort liege, so Vorsitzender Oliver Voigt (Grüne), noch nicht vor. Nach Aussage von Tiefbauamtsleiter Peter Bender seien jedoch alle Fragen beantwortet worden. Dann war Sommerpause und es passierte – gar nichts. Daher ist jetzt Eile geboten: Eigentlich hätte der Bauausschuss den Ausbau bereits vergangenen Donnerstag beschließen wollen, stellte seinen Beschluss wegen des fehlenden Votums der beiden Ortsbeirate Hassee und Russee jedoch zurück.

 Tiefbauamtsleiter Bender versuchte während der sehr gut besuchten Ortsbeiratssitzung noch einmal, Werbung für den Ausbau zu machen, verwies auf Gutachten zur Sicherheit beim Radfahren auf der Fahrbahn und darauf, dass unsichere Pedalritter weiterhin den Gehweg nutzen können. Er erläuterte auch die Eile des Projektes, für das die Ausschreibungen noch in diesem Jahr erfolgen sollen: „Wenn der Ausbau direkt im Anschluss an die Arbeiten der Stadtentwässerung startet, sparen wir 250000 Euro, unter anderem weil die Straße nur einmal nach Abschluss aller Arbeiten asphaltiert werden muss – das sind 125000 Euro, die die Anwohner weniger zahlen müssen.“

 Klingt erst mal gut – doch welche Gesamtkosten am Ende auf die Anlieger zukommen werden, das vermochte er „zu diesem Zeitpunkt nicht seriös zu sagen“. Sicher ist jedoch: Die Anlieger werden die Kosten des Ausbaus zu 50 Prozent (für die Fahrbahn) und 60 Prozent (Gehweg) mittragen müssen.

 Die hohe finanzielle Belastung der Anwohner war ebenfalls ein Grund für das Nein des Ortsbeirates, wie auch die Tatsache, dass mit den Arbeiten Parkbuchten wegfallen. „Das erhöht den Parkdruck in der Straße weiter“, sagt Maik Lennart Grandke (CDU). Am meisten wiegt für den Ortsbeirat jedoch die Tatsache, dass es die Ämter viele Fragen des Gremiums nicht beantwortet haben und dass sie keine weiteren Alternativen für den geplanten Ausbau vorstellen konnten: „Es ist für uns nicht erkennbar, ob die vorgestellte Planung die beste Alternative für die Bürger ist“, sagt der Vorsitzende Voigt.

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