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Papierboom im Ostuferhafen

Schwedische Unternehmen Papierboom im Ostuferhafen

Was haben Zeitungspapier in Alexandria, Tempo-Taschentücher und Zigarettenschachteln gemeinsam? Sie sind ab sofort über die Kaikante im Ostuferhafen gerollt. Kiels größter Hafenteil ist nun offiziell Logistikterminal zweier schwedischer Unternehmen.

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Hochwertige Kartonagen und Papierprodukte stapeln sich bis zu zwölf Meter hoch in den neuen Hallen im Ostuferhafen. Das Papier ist für ganz Europa bestimmt. 50 bis 100 Container werden pro Woche außerdem für Asien und Afrika mit Papier beladen.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Nämlich vom schwedischen Forstproduktekonzern SCA (Svenska Cellulosa Aktiebolaget) und dem Kartonhersteller Iggesund Paperboard.

Die schwedischen Unternehmen sind mit ihrem kompletten Umschlag von Lübeck nach Kiel umgezogen. 850000 Tonnen Papier, Karton oder Zellusose sollen jährlich aus den schwedischen Papierwerken nach Kiel kommen.

 Fast ein Jahr hatte der Seehafen Kiel die Ansiedlung vorbereitet. 25 Millionen Euro wurden in neue Hallen und Umschlagsgerät investiert. 50000 Quadratmeter Hallenfläche stehen jetzt für SCA und Iggesund bereit. 80 Arbeitsplätze wurden geschaffen. „20 Mitarbeiter sind von Lübeck mit nach Kiel umgezogen“, sagt SCA-Geschäftsführer Jörn Grage. Voll des Lobes über Kiel ist sein Chef. „Diese Ansiedlung hier ist für uns ein Meilenstein“, freut sich SCA-Präsident Magnus Svensson. Bei einer Pressekonferenz erläuterte er die Gründe, weshalb der Umschlag in Kiel effizienter als in Lübeck ist. „Es ist die Nähe zum Kiel Canal. Das bietet uns in Zukunft mehr Möglichkeiten“, sagt Svensson. „In Kiel haben die SCA-Schiffe zehn Metern Wassertiefe und die Möglichkeit, schwere Container umzuschlagen“, ergänzt er. Beides ist an der Trave nicht möglich. Besonders der Containerumschlag soll zunehmen.

 Zeitungspapier, Zellulose und Kartonagen für die Verpackungsindustrie sind schwere Güter. Hinzu kommen Edel-Kartonagen für Zigaretten, Parfüm oder Schokoladen von Iggesund. „Wenn sie am Flughafen in einem Tax-Free-Shop stehen, sehen sie viele unserer Produkte“, sagt Christina Törnquit, Logistik-Chefin von Iggesund. „Das ist für unsere Stadt ein ganz großer Tag“, freute sich auch Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Und auch Seehafenchef Dirk Claus hatte mit seinem Team allen Grund zur Freude über die lobenden Worte der Schweden. „Es ist eine sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt SCA-Präsident Svensson. Gleich für zehn Jahre habe sich der schwedische Marktführer bei Papier-Produkten vertraglich an den Seehafen gebunden.

 Kämpfer unterstützte den Seehafen bei einer möglichen Erweiterung. Besonders das 14 Hektar großen Nachbargrundstück, auf dem heute noch das Kohlekraftwerk steht, könnte ab 2020 Hafenfläche werden. „Dort kann der Seehafen weitere Entwicklungsflächen gewinnen. Dafür hat der Hafen auf jeden Fall meine Unterstützung“, so Kämpfer.

 Beifall gab es für die SCA-Ansiedlung auch von der CDU-Ratsfraktion. „So geht Wirtschaftspolitik“, lobte Ratsherr Ralph Roick.

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Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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