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Tunesien erhält Ausrüstung aus dem Arsenal

Schwimmdock aus Kiel Tunesien erhält Ausrüstung aus dem Arsenal

Die letzten Monate sind für den Kieler Betrieb des Marinearsenals angebrochen: Bis zum Jahresende wird der Reparaturbetrieb auf dem Ostufer aufgelöst. Die Abwicklung der technischen Ausrüstung hat aber bereits begonnen. Nachdem das U-Boot-Druckdock und das große Schwimmdock bereits weggeschleppt wurden, soll jetzt auch das letzte Schwimmdock auf Reisen gehen.

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Schwimmdock A wurde nach Tunesien verschenkt. Es ist ideal für die Wartung von Schnellbooten.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Das 1961 auf der Krupp-Werft gebaute „Dock A“ wird zusammen mit dem Schlepper „AK 6“ an Tunesien verschenkt.

Bei ihrem Besuch in Tunesien gab Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am Mittwoch die Militärhilfe offiziell bekannt. Aus Beständen der Bundeswehr bekommt Tunesien Militärgerät im Wert von 1,2 Millionen Euro. Mit dem Dock und dem Schlepper sollen fünf Unimogs, 700 Doppelfernrohre und 3000 Helme ans tunesische Militär geliefert werden. In den vergangenen Jahren hatte Deutschland bereits Schnellboote und 300 Lastwagen an Tunesien übergeben. Zudem wurden bislang fast 400 tunesische Soldaten in Deutschland ausgebildet.

 Im Zentrum der deutschen Hilfe steht die Sicherung der 600 Kilometer langen Grenze zu Libyen. Damit soll verhindert werden, dass islamistische Terroristen und Waffen nach Tunesien gelangen. Das Nachbarland ist in Herrschaftsgebiete zweier konkurrierender Regierungen und mehrerer Milizen zerfallen. Bei der Grenzsicherung handelt es sich in erster Linie um eine polizeiliche Aufgabe. Inwieweit die Bundeswehr dabei helfen kann, ist unklar. „Entscheidend ist für mich das, was Sie als unsere Partner benötigen, um den Kampf gegen den Terror anzugehen“, sagte von der Leyen in Tunis.

 Für den Schlepper und das Schwimmdock aus Kiel liegt die neue Heimat in Bizerte. Der tunesische Hafen westlich von Tunis ist Basis der Marine des nordafrikanischen Landes. Die Abgabe an Tunesien erfolge im Rahmen einer Schenkung, teilte ein Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr mit. Tunesien hat jedoch die Auflage bekommen, die geschenkten Dinge auf eigene Rechnung aus Kiel abzuholen. Der Transport wird derzeit geprüft.

Kieler Dock gilt als ideal

 Sechs Schnellboote aus dem Bestand der Bundesmarine wurden bereits vor knapp zehn Jahren geliefert. Aus dem Bestand der Volksmarine der DDR erhielt Tunesiens Küstenwache zuvor auch schon Patrouillenboote und Minensucher. Was der Marine aber noch fehlte, war ein eigenes Schwimmdock. Das Kieler Dock gilt deshalb als ideal für die tunesische Marine. Es kann 1000 Tonnen heben und ist 66 Meter lang. Damit können die zur Überwachung der Seegrenze wichtigen Schnellboote gewartet werden.

 Geplant ist, dass das Schwimmdock zusammen mit dem 1972 gebauten Schlepper „AK6“ mit einem Spezialschiff nach Bizerte überführt wird. Die Einweisung der tunesischen Werftarbeiter erfolgt in Kiel und in Bizerte. Diese Aufgabe übernehmen zivile Mitarbeiter des Marinearsenals. Die Unterstützung für das tunesische Militär war im Juni auch schon durch die Innenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens zugesichert worden. Möglicherweise bekommt Tunesien zur Überwachung der Küste noch weiteres Gerät. Die deutsche Marine sondert gegenwärtig weitere Schnellboote und Minenabwehreinheiten aus, die zum Teil noch in sehr gutem Zustand sind.

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