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Brutaler Vergewaltiger geht in Haft

Sechseinhalb Jahre Brutaler Vergewaltiger geht in Haft

Ein einschlägig vorbestrafter Sexualstraftäter (27) ist heute im Kieler Landgericht nach zweimonatiger Beweisaufnahme wegen besonders schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und exhibitionistischer Handlungen zu sechs Jahren und fünf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

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Das Kieler Landgericht verurteilte den einschlägig vorbestraften Angeklagten wegen besonders schwerer Vergewaltigung, gefährlicher Körperverletzung und exhibitionistischer Handlungen zu sechs Jahren und fünf Monaten Freiheitsstrafe.

Quelle: Angelika Warmuth

Kiel. Im Mittelpunkt des Prozesses gegen den bulgarischen Staatsbürger stand der Überfall auf eine 59-jährige Passantin am 30. Januar vergangenen Jahres im Ida-Hinz-Park. Die Krankenschwester aus Gaarden hatte gegen 4.30 Uhr morgens vor der Frühschicht in der Notfallambulanz ihren Hund ausgeführt, als sich der Angeklagte laut Urteil von hinten näherte. Als die Zeugin sich umdrehte, bekam sie sofort mehrere Faustschläge ins Gesicht und ging bewusstlos zu Boden.

Opfer leidet bis heute an den Folgen der Tat

Als die Frau wieder zu sich kam, konnte sie sich geistesgegenwärtig mit einem Trick aus den Fängen des Vergewaltigers befreien. An den körperlichen und seelischen Folgen seiner brutalen Attacke leidet die Nebenklägerin bis heute. „Mit dem Urteil bin ich zufrieden“, sagte sie gestern. Doch für sie „ist die Sache noch nicht vorbei“. Der Vorfall habe ihr ganzes Leben umgekrempelt. Laut Klinikbefund zerschmetterte ihr der Mann Ober- und Unterkiefer, Jochbein und Nase. Drei Metallplatten wurden der 59-Jährigen implantiert. Bis heute ist sie arbeitsunfähig, leidet unter Kopfschmerzen und Taubheitsgefühlen im Gesicht, hat Schlafstörungen.

Empathie oder gar ehrliche Reue konnte die Zeugin beim Angeklagten nicht entdecken. Seine Zusage, ihr im Rahmen seiner Möglichkeiten Schmerzensgeld zu zahlen – „eine Floskel“. In seiner Darstellung hatte der mittellose, nicht Deutsch sprechende Bulgare jegliche sexuelle Motivation abgestritten. Er sprach von einer Verwechslung, für die er sich entschuldige. Seine Behauptung: Er habe kurz vor der Tat einem Pärchen im Park Drogen abgekauft. Das Kokain sei schlecht gewesen. Dann habe er die Nebenklägerin gesehen und versehentlich für die Dealerin gehalten, die den Stoff in ihrem Schritt versteckt habe. Er habe die Nebenklägerin nur nach seinem Geld durchsuchen wollen und ihr „in Panik zwei- bis dreimal ins Gesicht“ geschlagen. „Komplett konstruiert“ nennt die Betroffene diese Erklärung.

Für die 1. Große Strafkammer steht nach Auswertung genetischer Spuren des Angeklagten an Kleidung und Körper des Opfers die Täterschaft des 27-Jährigen außer Zweifel. Gegen den Mann, der Vater von zwei Kindern sein soll, sprach auch sein Auftritt als Exhibitionist vor einer Anwohnerin am Ida-Hinz-Park. Mit drei Monaten Freiheitsstrafe schlug diese Belästigung im Urteil zu Buche.

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