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Seemann im Einsatz für die Umwelt

Nick Sloane erhält Deutschen Meerespreis Seemann im Einsatz für die Umwelt

Die Liste der Preisträger des 2009 erstmals verliehenen Deutschen Meerespreises umfasste bisher Wissenschaftler, Journalisten und einen Politiker. Doch in diesem Jahr geht der Preis an einen Mann aus der Praxis – an Kapitän Nicholas Sloane.

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Zwei Jahre war Nick Sloane bei der „Costa Concordia“ im Einsatz. Wo immer er in den vergangenen Jahren auftauchte, war die Umwelt in höchster Gefahr.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Mit Nick Sloane bekommt erstmals ein Seemann diesen Preis, den zuvor Persönlichkeiten wie der Klimaforscher Mojib Latif, der Journalist Ranga Yogeshwar oder Buchautor Frank Schätzing erhielten. Der 54-jährige Sloane kann auf einen bewegten Lebenslauf zurückblicken. 1980 startete er mit 19 seine Karriere als Seemann bei der südafrikanischen Reederei Safmarine. 1983 wechselte er nach einer spektakulären Tankerkatastrophe ins Bergungs- und Offshore-Geschäft. Seitdem prägen Ölkatastrophen, zerbrochene Frachter und Schiffsbergungen seinen Weg. Gleich mehrfach war er an Bergungseinsätzen für in Not geratene Supertanker beteiligt. Wo immer Nicholas Sloane in den vergangenen Jahren auftauchte, war die Umwelt in höchster Gefahr. Und fast immer ging er als Sieger aus dem Kampf mit den Schiffswracks hervor.

Das war auch 2012 der Fall, als vor der italienischen Insel Giglio das Kreuzfahrtschiff „Costa Concordia“ havarierte. Seit April 2012 ist Sloane Leiter eines Teams von Spezialisten, die das 292 Meter lange Kreuzfahrtschiff „abwickeln“. Die beiden ersten Phasen sind erfolgreich abgeschlossen. Das Aufrichten des Schiffes und die Schlepp- reise nach Genua sind sicher absolviert. Seit Juli laufen im Hafen von Genua die Abwrackarbeiten an dem Schiff. Mehr als eine Milliarde Euro hat die Bergung des Schiffes schon gekostet – weit mehr, als bei ähnlichen Schiffsbergungen bislang üblich. Die Reederei Costa hatte Sloane von Anfang die Marschroute mit auf den Weg gegeben, die Umwelt vor Giglio so weit es geht zu schützen.

Sloane schaffte es mit seinem Team, die Bergung des schwer angeschlagenen Schiffes so zu gestalten, dass kein Öl aus den Tanks ins Meer gelangte. Und auch die Landschaft vor Giglio wurde kaum beschädigt. Am kommenden Montag wird Sloane nun der vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung aus Kiel und der Deutschen Bank gestiftete Preis im Rahmen einer Feierstunde überreicht. Er ist mit 20000 Euro dotiert. Die Laudatio auf den Preisträger wird Franco Gabrielli halten. Er ist der Direktor des italienischen Katastrophenschutzes. Gabrielli und Sloane hatten auf Giglio über Monate eng zusammengearbeitet. In zahlreichen Konferenzen hatten sie den Weg zur Bergung abgestimmt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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