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Das Ende einer jahrzehntelangen Ära

Alte Mu Das Ende einer jahrzehntelangen Ära

Für die Muthesius-Kunsthochschule ist nun ein historischer Abschnitt auch formell zu Ende gegangen. Am Mittwoch endete das jahrzehntelange Mietverhältnis zwischen Land und Hochschule mit einer Schlüsselübergabe. Damit wird die Stadt nun offiziell neuer Mieter der Alten Mu.

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Mit dem Schlüssel gab der Präsident der Muthesius-Kunsthochschule, Arne Zerbst (rechts), auch die Verantwortung ab für die Alte Mu. Stellvertretend für das Land nahm Arne Roß, Referatsleiter Hochschulplanung, den Türöffner in Empfang. Neuer Mieter ist für zweieinhalb Jahre nun die Stadt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Seit 2013 verfügt die Hochschule zwar über neue Räume in der Legienstraße, war aber bis zuletzt noch Mieter ihres bereits seit 1960 genutzten Domizils am Lorentzendamm. Wie berichtet, ist der Mietvertrag zwischen Stadt und Land bereits unterzeichnet. Auch die weitere Nutzung der Immobilie in bester Lage steht zumindest für die kommenden zweieinhalb Jahre fest: Die Stadt will im sogenannten Turm der Alten Mu nach einem Umbau Deutschkurse für Flüchtlinge anbieten.

Auch die 30 im Verein „Alte Mu Impulswerk“ zusammengeschlossenen Vereine sollen für diesen Zeitraum endlich Planungssicherheit erhalten. Denn die Stadt will mit dem Verein einen Untermietvertrag abschließen. „Dieser Vertrag liegt uns bereits vor, wird aber noch von unserem Rechtsanwalt geprüft“, erklärt Michael Päpke, Vorstandsmitglied des Vereins.

Dem Präsidenten der Muthesius-Kunsthochschule, Arne Zerbst, war die Erleichterung bei der Schlüssel- und Gebäudeübergabe deutlich anzumerken. „Schließlich befanden wir uns als Mieter bis zuletzt in der Haftung. Die Regulierung von Schäden an Gebäuden oder Personen wären auf uns und in letzter Konsequenz sogar auf meine Person zurückgefallen.“ Trotzdem habe er die vergangenen Jahre in der rechtlichen Grauzone („zuletzt war sie allerdings schon dunkelgrau“) im Grundsatz gerne auf sich genommen. „Denn uns war es sehr wichtig, die Initiativen an der Alten Mu so gut wie möglich zu unterstützen. Nun kann ich nur hoffen, dass es mit der kreativen Arbeit dort weitergehen kann, auch wenn wir jetzt keine schützende Hand mehr darüber halten.“

"Impulswerk" will Immobilie kaufen

Wie es weitergehen könnte, wird derweil im Verein „Impulswerk“ diskutiert. Laut Vorstandsmitglied Michael Päpke gebe es nach wie vor die feste Absicht, die Immobilie in bester Lage vom Land zu kaufen. Zur Finanzierung kämen dafür nach aktuellen Stand zwei Optionen in Frage. Einerseits die Gründung von zwei Genossenschaften (eine zur Schaffung von Wohnungen, eine weitere zum Ausbau der Kreativprojekte). Als zweite Möglichkeit erwäge der Verein die Zusammenarbeit mit Investoren oder Stiftungen, um die neuen Gebäude zu errichten und zu finanzieren.

Aus Päpkes Sicht sind die im Mietvertrag zugesicherten zweieinhalb Jahre Planungssicherheit zwar knapp bemessen, um solch große Pläne in die Realität umzusetzen. „Aber wir werden alles geben, um das zu schaffen.“ Von dem erst kürzlich beschlossenen Plan der Ratsfraktionen, den Kreativ-Initiativen auch alternative Quartiere an anderen Stellen Kiels für eine Ansiedlung anzubieten, hält Päpke nichts: „Wir brauchen diese zentrale Lage in der Stadt, deren weitere Entwicklung wir ja mitgestalten wollen. Das würde am Stadtrand überhaupt nicht funktionieren.“

Stattdessen könnte die Stadt aus Päpkes Sicht sehr wohl etwas tun, um zu verhindern, dass die attraktive Innenstadt-Immobilie mittelfristig an Investoren mit rein kommerziellen Interessen verkauft werde. Ob das möglich sein könne, hänge ganz entscheidend von den Inhalten eines Bebauungsplanes ab. „Denn dieser Plan gibt den Rahmen dessen vor, was an der Alten Mu künftig geschehen kann – oder eben auch nicht.“

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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Planungssicherheit
Foto: Ebenso bunt wie die Gestaltung des Eingangsbereichs ist die Vielfalt der Vereine, Projekte und Start-Ups, die in der „Alten Mu“ eine Plattform für Existenzgründung gefunden haben.

Die „Alte Mu“ ist vom Eis: So jedenfalls sieht es Wissenschafts-Staatssekretär Rolf Fischer. Gemeint ist damit das Ende der Ungewissheit um die Frage, ob und wie es mit den kreativen Initiativen und Vereinen auf dem Gelände der ehemaligen Muthesius-Kunsthochschule weitergehen soll.

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