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Offen über die Sucht sprechen

Blaues Kreuz Mettenhof Offen über die Sucht sprechen

Glückwunsch Blaues Kreuz Mettenhof: Seit 40 Jahren gibt es die Selbsthilfegruppe für Alkoholabhängige und deren Angehörige im Stadtteil. In den Räumen der evangelischen Thomas-Gemeinde treffen sich inzwischen rund 30 Menschen regelmäßig in nunmehr drei Gruppen, um gemeinsam Gedanken und Erfahrungen auszutauschen.

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Manfred Eschholz, Rainer Thiel, Christa und Horst Timm (von links) haben allen Grund, stolz zu sein: Seit 40 Jahren besteht die Gruppe Blaues Kreuz Mettenhof inzwischen.

Quelle: Jennifer Ruske

Mettenhof. „1975 ist die Mettenhofer Gruppe entstanden“, erklärt Gruppenleiter Manfred Eschholz (77). Grund dafür war der große Zulauf der Blauen-Kreuz-Gruppe Kiel in der Fleethörn. Diese hatte man geteilt, indem man acht bis zehn neue Gruppen in verschiedenen Stadtteilen gründete. Mettenhof war einer davon. Mit drei bis vier Betroffenen habes es angefangen, erzählen Christa (77) und Horst Timm (78), die 1977 zur Gruppe dazu stießen. „Es gab damals ja keine Werbung für die Gruppe“, erinnern sie sich. Überhaupt war Alkoholismus zu der Zeit ein Thema, über das man nicht mit anderen sprach, sagt Christa Timm, die die Krankheit ihres Mannes lange unter den Teppich kehrte. „Das hat sich inzwischen geändert. Die Menschen sind, was die Krankheit angeht, aufgeklärter. Jetzt können wir offen über die Sucht sprechen.“ Und auch über die Vergangenheit kann Timm sprechen. Dass sie es war, die ihrem Mann die Pistole auf die Brust gesetzt hatte und ihn vor die Wahl stellte: einen Entzug oder sie packe die Koffer.

 „Ich habe es meiner Frau zu verdanken, dass ich aufgehört habe zu trinken. Sonst würde ich wohl nicht mehr leben“, sagt Horst Timm, der später als Suchthelfer in seinem Betrieb anderen auf den trockenen Weg geholfen hat. Genau das versucht auch die Blaue-Kreuz-Gruppe: Dort werden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps gegeben und jedem wird ein offenes Ohr geschenkt. „Das hilft schon viel“, findet auch Rainer Thiel (73), der jedem, der Unterstützung möchte, den Weg in die Blaue-Kreuz-Gruppen empfiehlt.

 „Die meisten kommen über die Beratungsstellen zu uns“, weiß Eschholz. Die Senioren-Gruppe nimmt keine Alkoholkranken mehr auf, wie Eschholz erklärt: „Wir sind seit 20 bis 30 Jahren trocken und haben inzwischen anderen Themen, als nur den Kampf gegen Alkohol. Wir sind eher ein Freundeskreis, der seine Freizeit miteinander verbringt.“ Doch in den beiden anderen Gruppen sind Betroffene jederzeit willkommen. Unter Leitung von Helmut Seeger (Tel. 0431/5579241, E-Mail mettenhof1@blaueskreuz-kiel.de ) trifft sich eine Gruppe dienstags ab 19.30 Uhr im Birgitta-Thomas-Haus, Skandinaviendamm 350. Die andere Gruppe kommt 14-tägig mittwochs, um 19 Uhr, unter Leitung von Lothar Midecke (Tel. 525875, E-Mail mettenhof2@blaueskreuz-kiel.de ) zusammen.

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