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Tierischen Zuwachs gut planen

KN-Serie Hundeleben Tierischen Zuwachs gut planen

Etwa 6,9 Millionen Hunde gibt es in Deutschland. Sie sind Sozialpartner, Spiel- und Sportkamerad, Therapeut auf vier Pfoten und sorgen bei ihren Besitzern für viele Glücksmomente. In Kiel sind 7400 Hunde gemeldet, die Tendenz ist leicht steigend. In einer Serie rund um das Thema Vierbeiner stellen wir verschiedene Aspekte aus dem Hundeleben in Kiel vor. Heute geht es um das Thema Anschaffung.

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Elouise (7) liebt Hunde wie ihre Dogge Fluse. Bei ihr sind Hunde immer herzlich willkommen.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel.  Tierischer Zuwachs in einer Familie will gut überlegt sein, denn wie in einer guten Partnerschaft muss an die Bedürfnisse beider Seiten gedacht werden. Ob spielen, Gassigehen, Erziehung und Pflege: Ein Hund kostet viel Zeit und auch Geld. Von der Hundesteuer bis zum Tierarzt: Woran muss bei der Anschaffung gedacht werden und mit welchen Kosten muss man in Kiel rechnen?

 Bevor ein Hund mit in eine Mietwohnung einzieht, muss geklärt werden, ob auch der Vermieter einverstanden ist. Carsten Wendt, Geschäftsführer vom Kieler Mieterverein und Mieterbund SH, empfiehlt auf jeden Fall, eine Zustimmung einzuholen. „Zwar ist ein generelles Verbot der Tierhaltung nicht zulässig, aber es gibt die Interessenabwägung für beide Seiten. Hat der Vermieter schwerwiegende Gründe, kann er die Hundehaltung verbieten“, erklärt der Jurist. Eine Erlaubnis kann auch widerrufen werden, aber auch hier zählen nur schwerwiegende Gründe. So müsste beispielsweise das Bellen eines Hundes schon sehr extrem sein, um als Grund zu dienen. Im Vergleich zu anderen Mietstreitigkeiten gehe es relativ selten um Tierhaltung – um die drei Prozent der Beratungsgespräche drehten sich um dieses Thema, so Wendt.

 Welcher Hund, als Welpe oder erwachsen, zu welchem Halter am besten passt, dabei helfen das Kieler Tierheim Uhlenkrog, der Tierschutzverein Kiel, sämtliche Hundeschulen, Züchter und auch Tierärzte. „Wir schauen schon genau, an wen wir welchen Hund vermitteln, denn uns geht es vor allem um die Bedürfnisse des Hundes. Passt es nicht, dann raten wir davon ab, auch wenn das bei einigen Menschen nicht so gut ankommt“, erklärt Elisabeth Haase vom Tierheim Uhlenkrog. Wichtige Fragen bei der Anschaffung seien die Zeit und das Geld, das man für einen Hund braucht. „Ein Welpe sollte gar nicht allein sein und ein erwachsener Hund nicht länger als sechs Stunden“, betont sie. Es sei denn, man sorge morgens und abends für genügend Bewegung und geistige Auslastung. Je nach Rasse, Alter und Gesundheit des Hundes müssten das schon drei bis vier Stunden am Tag sein.

 Das Tierheim Uhlenkrog hat für alle, die sich einen Hund anschaffen wollen, eine Checkliste mit Fragen erarbeitet. Dabei geht es auch um die Kosten: Die Anschaffung eines Hundes aus dem Tierheim liegt bei rund 200 Euro; beim Züchter können es bis zu mehrere 1000 Euro sein. Alles, was der Hund braucht – wie Leine, Körbchen, Näpfe und Spielzeug – liegt zusammen bei rund 200 bis 350 Euro. Die monatlichen Kosten belaufen sich laut Tierheim auf rund 150 Euro für das Futter. Hinzu kommen in Kiel die Steuer von jährlich 126 Euro, rund 200 Euro Tierarztkosten sowie eine Haftpflichtversicherung von 80 bis 90 Euro. Mit dem neuen Hundegesetz des Landes Schleswig-Holstein soll es ab 2016 Pflicht werden, eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestsumme von 500000 Euro für Personenschäden und 250000 Euro für Sachschäden abzuschließen. Das bedeutet: Wer die Möglichkeit hat, muss seinen Hund versichern.

 

 Schließlich fällt die Entscheidung: Rassehund, Mischling, Auslandshund, Tierheimhund, Welpe oder Second-Hand-Hund? „Ähnlich wie Mischlingshunde sind Auslandshunde eine Wundertüte, denn nur selten gibt es exakte Informationen über die Abstammung“, erklärt die Tierheimleiterin. Deshalb empfiehlt sie bei Auslandshunden, sich nur an Organisationen zu wenden, die registriert sind, Hunde einführen dürfen und Pflegestellen haben. „Man sollte die Möglichkeit haben, den Hund vorher kennenzulernen“ betont sie. Bei Rassehunden rät sie zu Züchtern, die dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossen sind.

 Ganz wichtig auch: Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen ab 2016 mit einem Chip oder einer Tätowierung gekennzeichnet werden. „Leider vergessen viele aber, ihre Hunde bei einem Zentralregister anzumelden. Häufig kommen zu uns gechipte Hunde, die wir dann nicht dem Halter zuordnen können“, bedauert Elisabeth Haase.

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