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Armin Lepperts zweite Heimat ist das Industriemuseum

Serie: Kieler Originale Armin Lepperts zweite Heimat ist das Industriemuseum

Als das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei im Mai 2007 erstmals seine Türen öffnete, gehörte Armin Leppert bereits zum ehrenamtlichen Team des Fördervereins, der Träger des Museums auf dem Kieler Ostufer ist. Seitdem ist er hier fast sesshaft geworden.

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Armin Leppert engagiert sich seit der Eröffnung am 20. Mai 2007 ehrenamtlich im Museum auf dem Kieler Ostufer. Seine Motivation: Der Beruf des Formers soll nicht in Vergessenheit geraten, und die Arbeit im Museum macht ihm viel Spaß.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Dabei zeigte er unter anderen Peter Harry Carstensen, wie Gussstücke in Gießereien hergestellt werden – und trank mit dem damaligen schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten auch ein Glas Milch. Zum „Entgiften“ wurde in den Gießereien, so Leppert damals, schon immer Milch getrunken.

Seit seiner Eröffnung hat sich das Gießereimuseum auf dem Kieler Ostufer in der schleswig-holsteinischen Museumslandschaft etabliert. Armin Leppert hat zu der Beliebtheit beigetragen, für ihn selbst ist das denkmalgeschützte Gebäude mittlerweile zur zweiten Heimat geworden. Bei den regulären sonntäglichen Öffnungszeiten und den Sonderveranstaltungen gibt der frühere Meister der Kieler MaK-Gießerei und Ausbilder seinen Erfahrungsschatz weiter. Wenn der heute 75-Jährige an dem historischen Formertisch erklärt und demonstriert, wie früher Negativformen aus speziellem Sand in einem hölzernen Formkasten kunstvoll von Hand modelliert und dann geschmolzene Legierungen in die entstandenen Hohlräume gegossen wurden, stecken die Besucher, ganz gleich ob jung oder alt, ihre Köpfe über dem Tisch zusammen. Es ist immer wieder spannend, zu sehen, wie am Ende des Prozesses Gussstücke entstanden sind.

Das Hin und Her um die ehemalige Metallgießerei, die zunächst abgerissen und in ein Industriemuseum an der Kieler Hörn integriert werden sollte, verfolgte Armin Leppert in den Kieler Nachrichten. Als dann Anfang der 2000er-Jahre klar war, dass das Museumsprojekt am ursprünglichen Standort in Neumühlen-Dietrichsdorf realisiert werden sollte, interessierte sich Armin Leppert für das Projekt. Er hatte Zeit, 2003 war er in Rente gegangen. Und als ihn Sönke Petersen, Vorsitzender des gerade gegründeten Museumsfördervereins, fragte, ob er nicht Lust habe, im Museumsteam mitzumachen, hat Armin Leppert sofort zugesagt. „Das ist etwas Sinnvolles, um den Beruf bekannter zu machen“, erzählt der 75-Jährige. Gleichzeitig könne er Besuchern zeigen, welche Werkzeuge verwendet wurden, dass die Männer, die mit über 1000 Grad heißen Metallen arbeiteten, kaum geschützt waren, wie Schmelzöfen funktionierten oder wie Bronze- und Messinglegierungen hergestellt wurden. Das macht ihm Spaß. „So lange ich gesund bleibe, mache ich weiter“, sagt Armin Leppert und hofft, dass sich weitere Interessierte ehrenamtlich für das Gießereimuseum engagieren.

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