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Serie Parkgeschichten: Schwanenseepark Dem Vergessen entrissen

Der erst vor einigen Jahren wiederbelebte Schwanenseepark in Ellerbek hat jetzt viele unterschiedliche Zonen und zieht unterschiedliche Menschen an.

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Vor ein paar Jahren war hier alles zugewuchert. Nun kümmern sich Anne Stößer und Klaus Schulz von der Arbeitsgemeinschaft Schwanenseepark darum, dass man auf der Pirateninsel spielen kann.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Raus aus dem Stadtgetümmel, rein in die Natur: Mitten in Kiel gibt es viele grüne Oasen. In einer neuen Serie stellen wir Parks vor.

Dass der Kieler Schwanenseepark vor hundert Jahren mal ein beliebtes Ausflugsziel war, konnte man lange Zeit nicht mehr erkennen. In den 50er-Jahren war die Ellerbeker Grünanlage in Vergessenheit geraten. Völlig zugewuchert und verkommen war die Anlage mit den charakteristischen sechs Teichen, als Gisela Schulz damals dort spazieren ging. „Da muss man was machen“, dachten sie und ihr Mann Klaus sich. Gesagt, getan. Nach einigen fruchtlosen politischen Bemühungen entschloss sich die Wellingdorferin 2008, die Arbeitsgemeinschaft Schwanenseepark zu gründen. 13 ehrenamtliche Helfer kümmern sich seitdem um die Wiederbelebung der Grünanlage zwischen Werftstraße und Ostring, Franziusallee und Klausdorfer Weg/Hangstraße.

Kieler Stadtverwaltung wurde aufmerksam

Die Zusammenarbeit wächst stetig weiter. Inzwischen beteiligen sich das Kieler Fenster, die Ellerbeker Grundschule, die Theodor-Storm-Gemeinschaftsschule sowie der Jugendtreff Ellerbek an verschiedenen Projekten. Auch die Kieler Stadtverwaltung wurde durch das Engagement der Initiative aufmerksam und half bei der Instandsetzung des Parks mit. Unter anderem die Fußgängerbrücken und Spielanlagen wurden vom Grünflächenamt erneuert, die Liebeslaube saniert und die einst beliebte Seeterrasse am untersten Teich wurde neu angelegt. Zum Glück für Gisela Schulz, denn auch sie gibt zu: „Vielleicht hatte ich die Idee, aber alleine kann ich auch nichts bewegen.“ Der Erfolg spricht für sich. In kurzer Zeit hat die AG den Schwanenseepark zu dem gemacht, was er früher schon einmal war: eine idyllische Oase mitten in der Stadt.

Helfer Rolf Rabusch ist „mehr als zufrieden“ über die Entwicklung des Parks. „Man kann jetzt endlich wieder weit gucken“, findet er. Rabusch ist unter anderem Wanderleiter bei den Naturfreunden. Mit Rentnergruppen, die nicht mehr so lange Strecken laufen können, unternimmt er gerne Touren durch den Park. Diese enden immer bei der Kaffeerunde auf der Terrasse am Teich, die das Kieler Fenster jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr für alle anbietet.

Enorme Vielfalt im Schwanenseepark

Gisela Schulz genießt vor allem die Vielfalt im Schwanenseepark. „Es ist nicht einfach ein einzelner See, um den man herumgeht“, sagt die Gründerin der AG. Der Park habe viele verschiedenen Zonen: Bänke und Liegen zum Entspannen, den großen Spielplatz mit Seilbahn sowie eine Pirateninsel zum Toben und sogar einen unangetasteten See, auf dem die Wasservögel in Ruhe brüten können. Teichhühner, Blesshühner und Enten haben sich hier bereits heimisch gemacht. Nur Schwäne fehlen – mit Ausnahme des Holzschwans Heinrich – noch im Park.

Durch die Bürgerinitiative wurde ein Bewusstsein für den nachhaltigen Umgang mit dem Park geschaffen. Die Anlage wird kaum vermüllt, Bänke werden nicht mit Graffiti besprüht oder zerstört. Vielmehr scheinen die Anwohner eine gemeinsame Verantwortung für die angrenzende Grünfläche zu übernehmen. Die Rentner des Pflegeheims Petrick trauen sich endlich wieder in den früher für ältere Menschen fast unpassierbaren Park, erzählt Schulz. In diesem Februar wurde die Initiative für ihr Engagement mit dem Hirschfeld-Preis ausgezeichnet. Doch für Schulz ist noch lange nicht Schluss. Auch wenn der Park jetzt „gut in Schuss“ sei, gingen der Initiative die Ideen nicht aus. Von Ökowiese über Fledermauskästen bis hin zur Organisation von Festen ist alles im Gespräch. Als nächstes freue sich Schulz auf das Lotosblütenfest am Mittwoch, 23. September.

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Ein Artikel von
Kerstin Tietgen
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Schwanenseepark
Foto: Herbstidylle: Zu einer Begehung hatte die Initiative Schwanenseepark eingeladen. Die Grünfläche ist in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen verschönert worden.

Im Kieler Schwanenseepark wird an allen Ecken gearbeitet. Die Grünfläche entwickelt sich immer mehr zu einem Schmuckstück des Ostufers. Doch es gibt noch viel zu tun, wie auf einer Begehung deutlich wurde.

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