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Den toten Winkel muss man kennen

Serviceclub Round Table 79 Den toten Winkel muss man kennen

Unfälle, bei denen Lastwagen und Kinder beteiligt sind, passieren immer wieder. In Kiel-Russee haben am Mittwoch Mitglieder des Serviceclubs Round Table 79 an der Grundschule einen Vormittag lang Einblicke in die Gefahren in der Nähe großer Fahrzeuge gegeben.

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Rot-weiße Absperrbänder zeigen den Kindern die Bereiche, in denen sie der Lkw-Fahrer schlecht oder gar nicht sehen kann.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Besonders schlimm war der Unfall eines elfjährigen Schülers im Juli 2001 in der Rendsburger Landstraße. Ein Lastwagen hatte das Kind morgens beim Abbiegen erfasst und getötet. Der Fahrer hatte den Schüler im toten Winkel des Lkw übersehen. „Wir wollen den Kindern mit der Aktion zeigen, warum der Fahrer sie nicht überall sehen kann“, sagt Benjamin Fürstenberg vom Round Table.

Auf dem Sportplatz war eine Zugmaschine eines Mitglieds des Clubs geparkt worden. Rot-weiße Absperrbänder wurden dann mit Stangen so fixiert, dass die Kinder die toten Winkel selbst erkennen konnten. Neben dem Bereich direkt unter dem Kühlergrill gehört insbesondere der Sektor an den Seiten des Führerhauses zu den neuralgischen Bereichen. Damit die Kinder das mit eigenen Augen sehen konnten, durfte immer ein Schüler hinters Lenkrad und den Spiegel einsehen. Die übrigen Schüler stellten sich dann in die Sektoren und wurden dort kurzfristig „unsichtbar“. „Wenn man es den Kindern auf diese Weise erklärt, ist die Wirkung viel besser als in einer normalen Unterrichtsstunde“, sagte Fürstenberg.

"Aktion hat sich bewährt"

Je näher die Kinder dem Lastwagen kamen, desto größer wurde der tote Winkel, in dem sie für den Fahrer hinterm Lenkrad nicht zu sehen waren. Erst durch Springen und Hüpfen konnte das Kind im Führerhaus die Klassenkameraden erkennen. „Die Aktion ,Raus aus dem toten Winkel’ machen wir einmal im Jahr. Ein Mitglied stellt den Lastwagen. Sie hat sich bewährt“, sagte Benjamin Fürstenberg, der selbst Nachwuchs an der Schule hat.

„Ich finde die Aktion wirklich gelungen“, sagte Gabi Hanowski-Zabel, die Schulleiterin der Grundschule. An diesem Mittwochmorgen bekamen vier Klassen der Grundschule mit 90 Kindern die Gelegenheit, sich einmal wie ein Lkw-Fahrer zu fühlen. Wenn die Unfallzahlen dadurch gesenkt werden können, sei allen geholfen, ergänzte Fürstenberg.

Unfallzahlen in Kiel sinken

Kiel ist dabei auf einem guten Weg. Nach Angaben der Polizei sank 2015 die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Lastwagen und Fahrrädern. Die Kieler Polizei zählte im vergangenen Jahr insgesamt 115 Lkw-Unfälle – 13 weniger als 2014. In vier von fünf Fällen hatten die Brummi-Fahrer die Unfälle nach polizeilichen Ermittlungen selbst verursacht. Hauptursachen waren Fehler beim Fahrstreifenwechsel (15 Unfälle), mangelnder Abstand (14) sowie Fehler beim Abbiegen und auch beim Wenden oder Rückwärtsfahren. 2014 waren 95 (109) Verletzte nach Unfällen mit Beteiligung eines Lastwagens zu beklagen. Die Zahl der bei Unfällen verletzten Radfahrer sank 2015 auf 452. Im Jahr zuvor gab es noch 488 verletzte Radfahrer auf Kieler Straßen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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