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Jugendbetreuer muss dreieinhalb Jahre in Haft

Sexueller Missbrauch Jugendbetreuer muss dreieinhalb Jahre in Haft

Er verging sich auf FKK-Jugendfreizeitcamps im Norden an mehreren Jungen. Dafür muss ein ehemaliger Betreuer aus Hamburg jetzt ins Gefängnis, wie das Landgericht Kiel am Freitag entschied.

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Der Jugendbetreuer hatte noch zu Prozessbeginn seine Unschuld beteuert.

Quelle: dpa

Kiel. Ein ehemaliger Jugendbetreuer aus Hamburg hat vier Jungen sexuell missbraucht und muss daher dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sprach den Angeklagten am Freitag in sieben Fällen schuldig. Einen der Fälle werteten die Richter in ihrem Urteil als schwer. In zehn Fällen sprach die Jugendkammer den Angeklagten frei. Einem der Jungen muss der 45-Jährige laut Urteil 2000 Euro Schmerzensgeld zahlen; für die anderen waren keine entsprechenden Anträge gestellt worden. Der Mann hatte sich nach Feststellung des Gerichts vor allem während FKK-Jugendfreizeitcamps in Kiel, Grube (Kreis Ostholstein) sowie Hamburg an den Jungen vergangen.

Der Vorsitzende Richter sagte, einige Aussagen der Kinder vor Gericht seien für eine Verurteilung zu ungenau gewesen. Es habe aber weder bewusste Falschaussagen noch ein Komplott der Jungen, Beeinflussung durch die Eltern oder Suggestionen gegeben. Die Jungen waren alle Nebenkläger in dem Verfahren.

Verteidiger kündigte Revision an

Die Staatsanwältin war von einem Tatzeitraum von 2007 bis 2012 ausgegangen. Auch sie beantragte nach der Beweisaufnahme aber in einigen Fällen Freispruch. Sie hielt noch zwölf Fälle für erwiesen und hatte deswegen fünf Jahre Haft beantragt. Der Verteidiger kündigte dagegen umgehend Revision an. Er hatte Freispruch gefordert. Er glaube nach wie vor an die Unschuld seines Mandanten, sagte er.

Die Opfer waren „deutlich unter 14 Jahren alt“, wie der Vorsitzende Richter betonte. Das habe der Angeklagte auch gewusst. Alle Kinder mussten in dem Verfahren aussagen, weil der 45-Jährige die Taten bestritt. Er ließ zu Prozessbeginn nur zwei Sätze verlesen: „Ich bin unschuldig. Ich habe es nicht getan.“ Zu seiner Person und den vorgeworfenen Taten schwieg er damals.

Er galt bei den Kindern als beliebt

Der Verdacht gegen den Jugendbetreuer, der sich als Beirat im FKK-Jugendverband engagiert hatte, wurde dem Richter zufolge durch die Anzeige eines Kieler Vaters bekannt. Dessen Sohn hatte sich im August 2012 offenbart. Daraufhin wandte sich der Vater an den FKK-Landesjugendverband Hamburg-Schleswig-Holstein. Die Vorsitzende des Verbands sagte vor Gericht, sie sei aus allen Wolken gefallen. Im Zuge von Nachfragen stellte sich heraus, dass offenbar auch andere Jungen missbraucht wurden. Nach Aussagen der 46-Jährigen war der Jugendbetreuer bei Kindern sehr beliebt.

Zwei Monate der Strafe gelten wegen einer Verfahrensverzögerung bereits als verbüßt.

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Kindesmissbrauch in FKK-Camps
Foto: Wegen jahrelangen Kindesmissbrauchs muss sich ein 44-jähriger ehemaliger Jugendbetreuer aus Hamburg seit Dienstag vor dem Kieler Landgericht verantworten.

Wegen jahrelangen Kindesmissbrauchs muss sich ein 44-jähriger ehemaliger Jugendbetreuer aus Hamburg seit Dienstag vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Anklage wirft dem Mann vor, sich zwischen 2007 und 2012 in 17 Fällen an fünf Jungen vergangen zu haben.

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