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Den Aufstieg der Legenden miterleben

Show „The Sessions“ Den Aufstieg der Legenden miterleben

Die Show "The Sessions" zeichnet die Entstehung der Beatles-Alben nach. Am 20. April gastiert die Show in der Sparkassen-Arena in Kiel.

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Über lange Jahre hinweg war das Abbey-Road-Studio das Wohnzimmer der Beatles. Eine original nachgebaute Version dient nun als Bühne für die Show „The Sessions“, die die Entstehungsgeschichte vieler Alben nachzeichnet.

Quelle: Lori Philipps

Kiel. Sie sind wieder zu Hause. Hier, in Liverpool wuchsen Paul, John, George und Ringo auf, spielten ihre ersten Gigs im Cavern Club. Nur ein paar Kilometer davon entfernt beginnen an diesem Abend die Beatles-Legenden noch einmal von vorn. Etwa 4000 Besucher sind in die Liverpooler Echo-Arena gepilgert, um ihre weltberühmten Jungs bei der Vorpremiere von „The Sessions“ noch einmal zu feiern. Die Kieler Fans der Fab-Four haben dazu am Mittwoch, 20. April, ebenfalls Gelegenheit, wenn die Show in der Sparkassen-Arena Station macht.

Schon bei den ersten „Love, Love, Love“-Akkorden flutet spontaner Applaus die Liverpooler Arena. Ja, ganz genauso hat man es gefühlt schon eine Million Mal gehört. „All you need is Love“ klingt jetzt exakt wie es alle hier von der Platte her kennen, nur dass es nun live gespielt wird. Und dieses Staunen hält fast drei Stunden lang an. 60 Songs von 1962 bis 1970 reihen sich bei „The Sessions“ aneinander. Und wenn man die Augen schließt, bleibt die akustische Illusion die ganze Zeit über nahezu perfekt.

 Aber dem Produzenten der Show, Stig Edgren, geht es bei „The Sessions“ nicht nur um eine authentische Klangkopie durch eine Cover-Band. So sollen Steve Corley, Murray Gould, Richard Hammond und Tom Kirkpatrick keine Beatles-Doppelgänger sein. Sie tragen bewusst keine Pilzkopfperücken, sie sehen den berühmten Originalen noch nicht einmal besonders ähnlich. Akustisch passt es trotzdem hervorragend. Die Stimmen klingen wie die von Paul, John, George und Ringo. Die bei „The Sessions“ verwendeten Instrumente und Verstärker stammen entweder aus den 60er-Jahren oder sind exakte Kopien, um dem Originalsound so nahe wie möglich zu kommen.

 Um Originaltreue bemüht ist auch das Bühnenbild. Es zeigt den Nachbau des legendären Abbey-Road-Studios in London, in dem beispielsweise das „Weiße Album“ oder „Sgt. Pepper“ produziert wurden. Ein Double des im März verstorbenen Beatles-Mentors und Stammproduzenten George Martin führt als „fünfter Beatle“ wie ein Conferencier durch die Show, erläutert kreative Arbeitsprozesse bei der Entstehung der legendären Alben ebenso wie die sich zunehmend verstärkenden Spannungen in der Band.

 Doch das Studio-Remake dient nicht nur als Bühne für die Musiker. Die meiste Zeit über bleibt der Kubus von durchsichtigen Stoffbahnen umschlossen, die als Projektionsflächen für Bilder, Videos, Animationen oder Texte zu den jeweils gespielten Stücken dienen. So erfahren die Zuschauer zum Beispiel, mit welchen Aufnahmetricks die Beatles die Pop-Musik in den 60er-Jahren revolutionierten. Die aufwendigen Projektionen lassen aber auch die Flower-Power-Ästhetik von „Yellow Submarine“ ebenso wieder aufleben wie das von psychedelischen Effekten optisch und akustisch umrauschte „Lucy in the Sky with Diamonds“.

 Doch dieser Aufwand bereitet den Musikern mitunter auch Probleme. Sie haben es nicht leicht, hinter den Stoffbahnen mit all den Bildern und Texten zum Publikum durchzudringen. Auch die Dialoge bleiben über weite Strecken hinweg eher dürftig und bilden kein tragfähiges dramaturgisches Gerüst, das die Spannung einer im Grunde so faszinierenden Geschichte wie die der Beatles über insgesamt fast drei Stunden hinweg tragen könnte.

 Ein Genuss ist die Show um die Entstehung der legendären Beatles-Aufnahmen aber trotzdem. Vor allem in der zweiten Hälfte als bei der „Sgt. Pepper“-Aufnahme fast alle 45 Musiker auf der Bühne stehen und es noch einmal mächtig krachen lassen. Als die 4000 Zuschauer mit ihren Jungs aus Liverpool am Schluss „Hey Jude“ anstimmen, ist es geschafft. Die Beatles sind wieder zuhause.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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