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„Es hat mich nie woanders hingezogen“

Siedlergemeinschaft Kiel-Süd „Es hat mich nie woanders hingezogen“

Über 80 Jahre ist die Siedlung zwischen Fernsehturm und Hamburger Chaussee alt. Ebenso alt ist die Siedlergemeinschaft Kiel-Süd, die damals zum Bau der Häuser gegründet wurde. Darüber muss gesprochen werden.

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Nachbarschaftshilfe wird und wurde in der Siedlergemeinschaft Kiel-Süd groß geschrieben. Die Männer auf dem Foto halfen während des Krieges jenen Frauen im Garten, deren Ehemänner an der Front waren.

Quelle: privat

Kiel. Und weil noch ganz viele Kinder der früheren Bauherren in den Straßen leben, werden die 240 Mitglieder während der Jahresversammlung des Vereins am Freitag, 10. März, um 19.30 Uhr im THW-Heim im Krummbogen 79 sicher nicht nur über Berichte, Wahlen und Ehrungen reden, sondern auch viel über alte Zeiten.

 Die hat Otto Becherer von Anfang an miterlebt. Der 87-Jährige wohnt seit 1936 in seinem Elternhaus in der Siedlung. „Es hat mich nie woanders hingezogen“, erzählt er. „Meine Eltern Franz und Antonia haben 1935/36 das Haus im Heckenrosenweg gebaut.“ Jeden Tag nach dem Dienst als kaufmännischer Angestellter habe der Vater mit anderen Siedlern Steine geschleppt, gemauert und vor allem später den fast fertigen Bau beheizt, damit die Familie Anfang 1936 einziehen konnte. Damals war Otto Becherer sechs Jahre alt. Kinder zum Spielen fand der Junge in der Nachbarschaft „jede Menge“ und auch die Erwachsenen in der Siedlung verstanden sich gut. „Man half sich, wo man konnte. Das ist auch heute noch so“, lobt der gelernte Elektriker den Zusammenhalt in der Gemeinschaft.

 1954 hat Otto Becherer dann seine Frau Margot kennengelernt – beim Hemdenkauf. „Sie hat im Modegeschäft Blohm gearbeitet und hat mich beim Kauf gut beraten.“ 1955 wurde geheiratet, und das wurde mit der gesamten Nachbarschaft gefeiert. „Das machen wir heute noch so, bei allen runden Geburtstagen.“

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