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Erinnerung an das Verdun zur See

Skagerrakschlacht Erinnerung an das Verdun zur See

Was an Land die Schlacht von Verdun war, war auf See die Skagerrakschlacht. Vor 100 Jahren trafen in der Nordsee die Seestreitmächte Deutschlands und Großbritanniens aufeinander.

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Ein Ölgemälde deutscher Einheiten in der Skagerrakschlacht: Das Bild von Marinemaler Claus Bergen hängt in der Ehrenhalle des Marine-Ehrenmals Laboe.

Quelle: dpa

Helgoland. Bei der größten Seeschlacht des Ersten Weltkriegs starben 8694 Soldaten. In Laboe bei Kiel, auf der Nordsee und ganz besonders in Großbritannien gedenken heute Soldaten und Angehörige der Gefallenen der Schlacht, die am Nachmittag des 31. Mai ihren Anfang nahm.

 Mitten in der Nordsee werden sich heute Nachmittag drei Kriegsschiffe begegnen. Der britische Zerstörer „Duncan“ und die deutschen Fregatten „Schleswig-Holstein“ und „Brandenburg“ sollen die Position ansteuern, auf der am 31. Mai 1916 um 18.30 Uhr der britische Schlachtkreuzer „Invincible“ von Granaten des deutschen Schlachtkreuzers „Lützow“ getroffen wurde. Die „Invincible“ explodierte, zerbrach und sank binnen weniger Minuten. 1026 Soldaten starben, darunter auch der britische Konteradmiral Horace Hood. Der Kommandeur des dritten Schlachtkreuzergeschwaders der Royal Navy war der ranghöchste Soldat, der bei der Schlacht fiel. Nur sechs Besatzungsmitglieder der „Invincible“ überlebten. Der 173 Meter lange und rund 20000 Tonnen verdrängende Schlachtkreuzer „Invincible“ war das dritte Großkampfschiff, das die Royal Navy in dem Gefecht verlor. Zuvor waren schon die Schlachtkreuzer „Queen Mary“ und „Indefatigable“ explodiert. Am Morgen des 1. Juni waren 6094 Briten gefallen.

 „Nie zuvor verlor die britische Marine mehr Soldaten an nur einem einzigen Tag“, sagte Admiral Sir Philip Jones, erster Seelord der Royal Navy. Bei einer Veranstaltung hob er jetzt besonders die Erinnerung an die Brutalität der Schlacht hervor. „Die Verluste in dieser Größenordnung sind nur schwer zu begreifen. Nichts in unserer modernen Marine ist damit vergleichbar. Deshalb ist es wichtig, dass in diesem Jubiläumsjahr der Fokus auf Erinnerung liegt“, sagte Admiral Jones.

Gedenkveranstaltung in Laboe

 Am Ort des Geschehens wird Vizeadmiral Rainer Brinkmann, als Vertreter des Inspekteurs, an der Kranzniederlegung auf See teilnehmen. Der Inspekteur der Deutschen Marine, Vizeadmiral Andreas Krause, wird bei der zentralen Gedenkveranstaltung zusammen mit dem Ersten Seelord der Royal Navy an einem Gottesdienst auf den Orkney-Inseln teilnehmen. Von der dortigen Basis in Scapa Flow waren damals die meisten britischen Schiffe ausgelaufen.

 In Deutschland findet die internationale Gedenkveranstaltung am Dienstag in Laboe statt. Ab 14 Uhr richtet der Deutsche Marinebund dort zusammen mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge eine Zeremonie aus. Dazu wird aus England auch Prinz Edward, Herzog von Kent, erwartet. Die Deutsche Marine wird durch den Chef des Stabes des Marinekommandos, Konteradmiral Thorsten Kähler, vertreten.

 Die Marine darf sich aufgrund des Traditionserlasses des Verteidigungsministeriums nicht mit Einheiten an der Zeremonie vor Laboe beteiligen.

 Tradition hat hingegen inzwischen die Kooperation mit der britischen Royal Navy, die heute einer der wichtigsten Partner der Deutschen Marine ist. So sind deutsche Schiffe regelmüßig Teilnehmer der Einsatzausbildung in Devonport beim „Flag Officer Sea Training“ (FOST). Die Royal Navy ist einer der wichtigsten Partner im Bereich der Ausbildung. Jährlich werden nach Angaben der Marine 140 deutsche Marinesoldaten zu Lehrgängen nach Großbritannien geschickt.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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