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Lattenroste ins Rollen bringen

Yooweedoo-Ideenwettbewerb in Kiel Lattenroste ins Rollen bringen

Bretter, die die Welt verändern, sind die Long- und Skateboards des Kielers Max von Moszczenski: Der 26-jährige Schiffsbaustudent hat sich die Eigenschaften alter Bett-Lattenroste zu nutze gemacht und die stabilen, flexiblen, gut federnden Hölzer zu fahrbaren Untersätzen verwandelt.

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Max von Moszczenski schleift die zusammengeleimten und zugeschnittenen Rostlatten zu griffigen Longboard-Brettern.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ziel sei es, ein komplett biologisch abbaubares Board zu entwickeln. Dafür wurde sein „Rost-Latte“-Konzept jetzt als eines von 22 sozialunternehmerischen Projekten vom Yooweedoo-Ideenwettbewerb gefördert.

Auf einem Couchtisch nahm das Projekt im Sommer 2014 seinen Anfang: Von einem Bekannten hat von Moszczenski erfahren, dass es möglich ist, aus Lattenrosten Skateboards zu bauen. „Das wollte ich ausprobieren.“ Handwerkliches Geschick hat der Kieler bereits beim gemeinsamen Bootsbau mit seinem Vater gesammelt. Das Board, das bei dem ersten Versuch entstand, bereitete ihm soviel Fahr-Spaß, dass er weiter baute.

 Einige Wochen später bekam er das Angebot, in einem Werkstattraum der alten Muthesius-Kunsthochschule sein Projekt weiter voranzutreiben. Gemeinsam mit seinem Kumpel Harmen Thies verfeinerte er seine Techniken und baute fleißig neue Gefährte verschiedener Längen. „Die Größe der Boards hängt von der Länge der Roste ab. Aus einem 90-Zentimeter-Brett werden Skateboards gefertigt, aus einer 140-Latte kann man gut Longboards machen.“

 Im Schnitt können aus einem Lattenrost vier Boards mit jeweils fünf Brettern gemacht werden, „es sei denn die Hölzer sind zu verzogen oder gebrochen“. Nach Entfernen der runden Kanten werden die Bretter aneinander geleimt und zu einem Holzleimbrett verschliffen.

 Die elastischen oder festeren Fasern des Boards werden mit einem Harz beschichtet, sodass das Brett danach witterungsbeständig ist. Die obere Seite erhält zudem für den guten Stand noch eine Schicht mit einer Art Schleifpapier. Abschließend folgt der Feinschliff, damit das Brett nicht nur gut über den Asphalt zischt, sondern auch gut in der Hand liegt.

 „Wir wollen jetzt einen biologisch abbaubaren Kleber und Quarzsand anstatt Schleifpapier testen“, so von Moszczenski. Für Reifen und Achsen gebe es aber keine biologischen Alternativen. Damit das Brett Schule machen kann, planen die beiden jungen Männer nun Workshops zum Bau der Gefährte. „Auch mit weniger handwerklichem Geschick ist das möglich“. Noch stehen sie aber in der Testphase: Der komplett belegte Probeworkshop am 18. April startet zunächst mit fünf Personen. Weitere Workshops folgen.

 Damit Material erforscht werden kann und die Baukurse angeboten werden können, hat sich das Projekt „Rost-Latte“ bei dem Ideenwettbewerb Yooweedoo um eine finanzielle Förderung beworben und 500 Euro erhalten. In Kooperation des Landes mit der Universität Kiel sowie dem Stifterverband Deutsche Wissenschaft und der Energie- und Klimaschutzgesellschaft werden jährlich sozialunternehmische Ideen und Startups gefördert. Auch die Bürger können dabei abstimmen und einen Publikumspreisträger küren. In diesem Jahr machte die „No-Border-Akademie“ in Lüneburg das Rennen und erhielt zusätzlich 1500 Euro, um Flüchtlingen eine Plattform für interkulturellen Austausch und Bildung zu ermöglichen.

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Ein Artikel von
Gunda Meyer
Holsteiner Zeitung

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