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"Armut gefährdet den sozialen Frieden"

SoVD warnt: "Armut gefährdet den sozialen Frieden"

Der Sozialverband Deutschland SoVD sieht den sozialen Frieden auch in Schleswig-Holstein bedroht – durch das Auseinanderdriften von arm und reich. „Auch in unserem Land steigen die Armutsrisiken für große Gruppen der Bevölkerung ständig“, warnt der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider.

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„Auch in unserem Land steigen die Armutsrisiken für große Gruppen der Bevölkerung ständig“, warnt der SoVD-Landesvorsitzende Wolfgang Schneider.

Quelle: Silke Rönnau

Kiel. Dass die Schere stetig auseinandergeht, beweisen für Schneider folgende Zahlen: Ende 2014 bezogen 19600 Schleswig-Holsteiner Grundsicherung im Alter – im Vergleich zu 2009 ein Zuwachs von 29 Prozent. Hilfe zur Pflege – eine Leistung, die Menschen erhalten, deren Einkünfte für einen Platz im Pflegeheim nicht ausreichen – erhielten 12900 Menschen. Ein Plus gegenüber 2009 um 13 Prozent. 

Auch die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung ist im gleichen Zeitraum um 16 Prozent auf 29600 Bedürftige gestiegen. Das gleiche Phänomen zeigt sich in Bezug auf Kinderarmut. Ende 2015 lebten mehr als 60000 Kinder in Schleswig-Holstein in so genannten Hartz IV-Familien. Vor zwei Jahren waren es noch 1000 weniger. Jedes sechste Kind im Land wächst in Armut auf, in bestimmten Stadtteilen in Kiel ist es sogar jedes dritte Kind.

„Immer mehr Menschen werden an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Falls sich diese fatale Entwicklung so fortsetzt, ist der soziale Frieden auch in Schleswig-Holstein in ernster Gefahr. Wir müssen endlich dafür sorgen, dass sich das Sozialstaatsgebot des Grundgesetzes auch in der Lebensrealität der Menschen widerspiegelt“, fordert Schneider.

Das Bundessozialministerium hat jüngst Zahlen für Deutschland veröffentlicht: Während die „oberen“ zehn Prozent der Haushalte im Jahr 2013 über knapp 52 Prozent des Nettovermögens verfügten, lagen die „unteren“ 50 Prozent bei lediglich einem Prozent. Der Sozialverband Deutschland hat seit Jahren auf diese verhängnisvolle Entwicklung hingewiesen und die Politik aufgefordert, wirksam gegenzusteuern. 

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