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Pechschwarzes Wasser mit Aktivkohle

Soll entgiften Pechschwarzes Wasser mit Aktivkohle

Es ist pechschwarz, riecht ein wenig nach Fruchtjoghurt und schmeckt nach Wasser. An Gesundheit, Wohlbefinden und Schönheit lässt diese Kombination nicht unbedingt sofort denken.

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„Wir sind nicht daran interessiert, ganz schnell zu wachsen, sondern wollen Schritt für Schritt auf den Markt“, sagen Michael Nezik (links) und Tom Steger. Und sie haben schon wieder ein paar Ideen für andere Getränke.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Unser Getränk hat reinigende und entgiftende Wirkung“, erklärt Tom Steger und nimmt eine Flasche des schwarzen Wassers in die Hand. „The Black – Starwater“ heißt das Getränk, das er zusammen mit Michael Nezik auf den Markt gebracht hat.

 „Eigentlich ist da nur Wasser und Aktivkohle drin.“ Mit der Entwicklung von Lebensmitteln hatten die beiden bislang nichts zu tun. „Wir haben beide mal BWL studiert und handeln jetzt mit Filmlizenzen“, erzählt der 40-Jährige. Aus diesem Grund sind die beiden Schleswig-Holsteiner oft in den USA unterwegs. „Wir sind regelmäßig in Los Angeles. Dort haben wir gesehen, dass viele Saftbars Aktivkohle in ihre Getränke mischen“, sagt Nezik. In der Medizin wirkt Aktivkohle oft verwendet, um den Magen-Darm-Trakt von Giftstoffen zu reinigen. In den USA würden viele Stars und Sternchen Aktivkohle nutzen, um ihren Körper zu reinigen, erzählt Nezik. Unter dem Begriff „Detox“ sei das dort ein großer Trend.

 So seien sie auf die Idee gekommen, ein Getränk für den deutschen Markt zu entwickeln, „das die Leber entgiftet, das allgemeine Wohlbefinden steigert und zudem auch noch einen Anti-Aging-Effekt hat“. „Unsere Ehefrauen sind auch überzeugt vom Detox-Trend. Aber hier gab es bisher kaum Getränke zu kaufen“, sagt Steger. Vom US-Trend hätten sie den Namen des Getränks abgeleitet: „Starwater“.

 „Wir wollten, dass unser Getränk geschmacksneutral ist“, erzählt der Strander Steger weiter. Sobald es verschiedene Geschmacksrichtung gebe, werde es schwierig, ist der 40-Jährige sicher. „Die Geschmäcker sind einfach so verschieden. Es wird nie jedem gefallen.“ Viel wichtiger sei ihnen, dass das Produkt funktioniert und den Käufern nichts vorgaukelt.

 Die Schwierigkeiten seien bei der Produktion aufgetaucht: „Wir dachten ja, wir könnten einfach die Aktivkohle mit Wasser mischen und hätten unser Getränk“, erzählt Nezik lachend. Das habe dann aber nicht geklappt. „Die Kohle hat sich immer unten abgesetzt. Man hätte die Flasche vor dem Trinken jedes Mal aufschütteln müssen. Das wollten wir nicht. Die Optik spielt ja eine wichtige Rolle“, erzählt Steger. Zusammen mit einem Lebensmittelchemiker hätten sie dann lange probiert, bis sich die Aktivkohle mit dem Wasser verbindet. „Das Besondere an unserem Getränk ist ja, dass es schwarz ist – „The Black“ eben. Deswegen haben wir da recht viel Zeit und Energie reingesteckt.“

 Seit März ist das Entgiftungswasser nun auf dem Markt. Am Anfang hätten sie Schwierigkeiten gehabt, Händler zu finden, die „The Black“ in ihr Sortiment aufnehmen. „Wir dachten vor allem an Biomärkte, weil es vegan ist, keinen Zucker enthält und gesund ist“, sagt Nezik. Die hätten aber alle abgelehnt. Dann seien sie an Kosmetiksalons und Parfümerien herangetreten, dort seien viele sofort begeistert gewesen. „Es geht ja bei uns um Schönheit von innen. Deswegen passt das ganz gut“, findet Steger. Nach und nach seien bundesweit immer mehr Geschäfte dazu gekommen, in denen das „Starwater“ gekauft werden kann, dazu gehören in Kiel der Frischemarkt am Blücherplatz und „Fachwerk 13“ in Dänischenhagen. „Wir sind nicht daran interessiert, ganz schnell zu wachsen, sondern wollen Schritt für Schritt auf den Markt. Das ist gesünder, als mit der Brechzange den Erfolg zu erzwingen“, erklärt Steger.

 Das Nebenbei-Projekt macht den beiden Spaß. So sehr, dass sie planen in ihrer Kieler Firma „Me Too Trade“, die sie eigentlich nur für „The Black“ gegründet haben, noch andere Getränke zu entwickeln. „Wir haben ein paar Ideen im Kopf. Die gehen dann aber in eine ganz andere Richtung“, sagt Steger und lächelt vielsagend.

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Ein Artikel von
Anne Steinmetz
Lokalredaktion Kiel/SH

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