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Olympia bringt Kiel in Zugzwang

Sondersitzung der Ratsversammlung Olympia bringt Kiel in Zugzwang

Nach dem Jubel folgt die Arbeit: Wenn Hamburg Olympia-Standort 2024 wird, dann werden die Segelregatten auf der Kieler Förde ausgetragen. Der Zuschlag für die Landeshauptstadt macht jetzt eine Sondersitzung der Ratsversammlung am 27. April nötig. Dort sollen zwei entscheidende Beschlüsse den Weg zu notwendigen Olympia-Studien ebnen.

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Die Ratsversammlung zeigte bei ihrer Sitzung im März mit großer Mehrheit Flagge für Olympia. Die Zustimmung, etwa 800 000 Euro an Gesamtkosten für die erste Bewerbungsphase bereitzustellen, gilt daher trotz schwieriger Haushaltslage als sicher.

Quelle: fpr: Frank Peter

Kiel. Ins Rennen gegen die Konkurrenz aus Rostock, Lübeck und Cuxhaven ging Kiel noch mit zwei Standorten – Schilksee und Holtenau. Doch die Olympia-Prüfer forderten, wie berichtet, am 10. April bei ihrem Besuch in Kiel die Festlegung auf ein zentrales Areal für die Wettkampfstätten und das Olympische Dorf. Die Wahl fiel auf Schilksee, wo bereits 1972 um olympische Medaillen gekämpft wurde. Das ehemalige Gelände des Marinefluggeschwaders in Holtenau, das die Gutachter aber als Bereicherung der Bewerbung empfanden, soll nach Angaben von Oberbürgermeister Ulf Kämpfer für ergänzende Einrichtungen mit in die Planungen aufgenommen werden.

 Die Ausschreibung der Machbarkeitsstudien hatte die Stadt bereits vorbereitet, so dass Anfang Mai mit der Vergabe gerechnet werden kann. Das Amt für Wirtschaft reicht für die Ratssitzung (19 Uhr, Ratssaal) zudem auch eine Beschlussvorlage für die Finanzierung der Kampagne ein, um die gesammelte Bewerbungsmappe für die erste Phase im Januar 2016 rechtzeitig abliefern zu können. Mit etwa 800000 Euro Gesamtkosten plant die Stadt, inklusive Bürgerentscheid parallel zur Befragung der Hamburger im November. Geld, das aber noch nicht im aktuellen Haushalt eingestellt ist, so dass die Ratsversammlung bei ihrer Sitzung grünes Licht für die außerplanmäßigen Ausgaben geben muss.

 Da politisch eine deutliche Mehrheit hinter der Olympia-Bewerbung steht, gilt die Zustimmung aber zu beiden Beschlussvorlagen als sicher. Kritik kommt angesichts der knappen Kassen jedoch von der Fraktion der Linken. Deren Vorsitzender Heinz Wieser hält die anfallenden Kosten schlichtweg für zu hoch. Die Stadt Kiel sei mit der Ernennung zum Segelstandort nun Mitglied der Bewerbergesellschaft und wird sich finanziell beteiligen müssen. Der Hamburger Senat rechne mit Bewerbungskosten von etwa 50 Millionen Euro, von denen Kiel etwa fünf Millionen Euro bezahlen müsse, egal ob Olympia komme oder nicht. Die endgültige Entscheidung, ob Hamburg und damit Kiel Olympia-Austragungsorte werden, fällt das Internationale Olympische Komitee erst im Sommer 2017. Das Land hat eine Förderung in Höhe von jährlich einer Million Euro vorgesehen. Außerdem signalisierte die Wirtschaft, die Bewerbung zu unterstützen.

 Weiterer Punkt auf der Tagesordnung ist die Verpflichtung eines neuen Ratsmitgliedes. Arne Stenger (42) rückt in der neunköpfigen Grünen-Fraktion für Katja Günther nach, die bereits ihre neue Position als Staatsrätin in Hamburg angetreten hat. Die Sitzung wird Robert Vollborn (CDU) in Vertretung von Stadtpräsident Hans-Werner Tovar leiten. Tovar erholt sich in der Reha von den Folgen einer schweren Erkrankung.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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