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Abends wachsen die Probleme

Sophienhof Abends wachsen die Probleme

„Trends, Events und Genussvielfalt: Der Sophienhof bietet Shoppingspaß für die ganze Familie!“ So wirbt das Kieler Einkaufszentrum auf seiner Homepage um Kunden. Doch ganz so heil ist die Welt dort offenbar nicht.

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Tagsüber ein unbeschwerter Einkaufstempel, abends ein Ort, der zumindest an einigen Ecken bei vielen Menschen Unbehagen auslöst: Vor zwei Wochen hat das Center Management den Sicherheitsdienst im Sophienhof verstärkt. Nach dem jüngsten Vorfall sollen zusätzliche Kräfte eingesetzt werden.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Viele Geschäftsleute klagen über eine deutliche Zunahme an Diebstählen und Kundenbelästigungen in den jüngsten Monaten. Erst vor zwei Wochen hat das Center Management den Sicherheitsdienst verstärkt – und will ihn nach der massiven Belästigung dreier junger Frauen durch etwa 20 junge Männer am Donnerstagabend noch weiter aufstocken.

Die Probleme in dem Einkaufszentrum scheinen in jüngster Zeit jeweils zum Abend hin zuzunehmen. Um 20 Uhr schließt der Sophienhof seine Tore. Viele der von uns befragten Mitarbeiter in den Läden berichten am Freitag, dass sich die Sicherheitslage im Sophienhof in den letzten Stunden vor Verkaufsschluss verschärfen würde. Die Mitarbeiterin eines Lederwaren-Geschäftes, vor dem sich der Vorfall am Donnerstag abspielte, erzählt: „So etwa ab 19 Uhr sammeln sich hier fast jeden Tag verschiedene Vierer- oder Fünfer-Gruppen von jungen Männern, alle wohl mit Migrationshintergrund. Manchmal sind es bis zu 30, so im Alter von 15 bis Mitte/Ende 20. Zuletzt sind es immer mehr geworden. Das macht mir schon Angst. Ich fühle mich da einfach nicht mehr sicher. Ich lasse mich deshalb seit einigen Wochen zum Feierabend von meinem Bruder abholen.“

Jeder Tag ein Brennpunkt?

Auch in einem nahen Modegeschäft beschreiben zwei Mitarbeiter, dass der Bereich an der hinteren Rolltreppe „praktisch jeden Tag ab 19.30 Uhr zu einem Brennpunkt“ werde. Die Diebstähle in dem Geschäft hätten etwa seit dem Jahreswechsel deutlich zugenommen: „Es kommen kleine Gruppen von jungen Männern herein, sie sind maximal 20 Jahre alt. Ein paar lenken uns ab, und hinter uns klauen sie.“

Der Mitarbeiter einer Gastronomie, der vor Jahrzehnten „selbst aus dem arabischen Raum“ nach Deutschland kam, sagt: „Die sind inzwischen praktisch jeden Abend hier. Am Akzent kann ich gut hören, dass es fast alles Syrer sind.“ Dann beschwert sich der Mann aufgeregt über ihr Benehmen: „Was die hier machen, gehört sich nicht. Sobald sie eine junge Frau sehen, die einen Rock trägt oder irgendwie offene Kleidung, glauben sie, dass sie einen Freifahrtschein haben. Man sollte sie alle als allererstes mal aufklären – auch darüber, dass das hier anders läuft als bei ihnen daheim.“

WLAN wird gerne genutzt

Auch der räumlich großzügige Übergang zum Holstentörn (nahe dem früheren „Kleinen Herzog“) ist offenbar zu einer Problemzone geworden. Das Warenhaus Karstadt bietet dort für drei Stunden täglich freies WLAN an, das besonders zum Abend überwiegend von einer großen Gruppe junger Männer genutzt wird. Eine Karstadt-Mitarbeiterin, die diesen Bereich seit langem beobachtet, berichtet: „Wir erleben hier seit Ende vergangenen Jahres viele schwierige Situationen. Abends tummeln sich manchmal unglaublich viele Leute hier. Manchmal rempeln die jungen Ausländer alte Leute an. Und sie belästigen junge Frauen, sie quatschen sie an, fassen sie an, hauen ihnen auf den Hintern. Sie haben auch schon Leute angepöbelt und bespuckt.“ Das alles sei „so ein machohaftes Gebaren“, sagt die Frau. „Sie zeigen einen respektlosen Umgang – wenn sie in der Gruppe auftreten.“

Auf diese Beschreibungen angesprochen erklärt Center Managerin Sophie Dukat: „Die Aussagen sind mir völlig neu.“ Kein Ladeninhaber habe sie bislang auf solche Vorgänge angesprochen. Sollte dies geschehen, werde „umgehend“ der Sicherheitsdienst eingeschaltet. Nach ihren Angaben ist die Center-Security erst vor zwei Wochen verstärkt worden. Bislang seien über den Tag drei Männer Streife gelaufen – und zwar als Trio, weil kein Mitarbeiter allein arbeiten solle. Seit Mitte Februar nun würden zwei Duos von mittags bis abends das Zentrum im Auge haben und sich dabei „gleichmäßig verteilen“. „Unser Ziel war es, ein noch besseres Sicherheitsgefühl zu schaffen“, erklärt Sophie Dukat. Dafür habe es jedoch „keinen Auslöser gegeben“. Weder Zahlen noch Fakten über eine Entwicklung bei der Kriminalität hätten dazu geführt. Die Zahl von Verstößen gegen die Hausordnung sei zuletzt „nicht signifikant gestiegen“. Zu dem massiven Belästigungsfall vom Donnerstag wollte sich Sophie Dukat nicht äußern und verwies auf die Polizei. Sie erklärte jedoch: „Das Center Management wird den Sicherheitsdienst ab Montag bis auf Weiteres um eine zusätzliche Person verstärken.“

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Ein Artikel von
Oliver Hamel
Wirtschaftsredaktion

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Foto: Susanne Färber.

Ach, wie einfach war es noch vor ein paar Monaten. Mit vollem Herzen haben viele Menschen nicht nur hier in Kiel „Ihr seid willkommen“ gesagt zu den Tausenden Flüchtlingen, die Schutz suchen in unserem Land. Sie investieren Zeit und hören zu, sie helfen bei Behördengängen und bringen den Menschen die deutsche Sprache bei. Sie sind willkommen hier – ein gutes Gefühl.

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