21 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Sophienhof: Doch keine Handy-Fotos

Staatsanwaltschaft Sophienhof: Doch keine Handy-Fotos

Über einen Monat liegt die Belästigung im Kieler Sophienhof zurück - nun gibt es neue Erkenntnisse zu den Handybildern: Nach Informationen der Kieler Nachrichten wurden keine Fotos oder Videos der bedrängten Mädchen auf den Handys der Tatverdächtigen gefunden. Dies bestätigte die Kieler Staatsanwaltschaft.

Voriger Artikel
Notaufnahme: Das UKSH wirbt um Vertrauen
Nächster Artikel
Erdgas-Zapfsäule ist erneut defekt

Zwei junge Männer im Alter von 17 Jahren sollen im Februar drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof verfolgt, belästigt und fotografiert haben. Doch auf den Handys fand die Staatsanwaltschaft keine Fotos.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Die Hauptverdächtigen, zwei junge Männer im Alter von 17 Jahren, sollen im Februar drei Mädchen im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof verfolgt, belästigt und fotografiert haben. Rund 30 Schaulustige fanden sich zur Tat ein und wurden zu Beginn irrtümlich ebenfalls als "Täter" deklariert. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Nach und nach musste die  Kieler Polizei allerdings zurückrudern, und unter anderem die Zahl der Täter minimieren und den Tathergang neu darstellen. Zu Beginn war von einer regelrechten Jagd auf die jungen Mädchen durch das Einkaufszentrum gesprochen worden. Auch musste das Alter der Tatverdächtigen korrigiert werden: Die Polizei geht mittlerweile von zwei Hauptverdächtigen im Alter von 17 Jahren aus. Im ersten Pressebericht zu dem Vorfall im Sophienhof war noch von zwei Haupttätern im Alter von 19 und 26 Jahren die Rede.

Axel Bieler: Keine Fotos und Videos gefunden

Nun ein erneuter Paukenschlag zu den Vorfällen im Kieler Sophienhof: "Die zwei Handys der Beschuldigten wurden ausgewertet. Auf beiden Geräten hat man keine Lichtbilder und Videos der Betroffenen gefunden", bestätigt der Kieler Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Dienstag. Zwar seien mehrere zehntausend Bilder - darunter auch zahlreiche Profilbilder von Frauen, die die jungen Männer von Facebook abgespeichert hatten - auf den Handys gefunden worden, aber keines davon steht im Zusammenhand mit den Vorfällen im Sophienhof. Eine der Betroffenen meinte sich erst auf einem Foto in sehr schlechter Bildqualität erkannt zu haben, allerdings wurde bei weiteren Nachforschungen deutlich, dass es sich nicht um das betroffene Mädchen handeln konnte, so Bieler weiter.

Kontrovers: Der stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt hatte am 02.03.2016 in der Sitzungspause des Innen- und Rechtsausschusses bestätigt, dass man auf den Handys der beiden mutmaßlichen afghanischen Haupttäter Fotos der drei bedrängten jungen Frauen gefunden habe. Es sollte aber noch gerichtsfest geklärt werden, wo genau die Fotos aufgenommen worden seien.

Innenminister Stefan Studt äußerte sich zum Vorfall im Sophienhof. Es sei nicht hinnehmbar, an einem öffentlichen Ort belästigt zu werden, sagte der SPD-Politiker. Sein ganzes Mitgefühl gelte den Mädchen. Der Vorfall müsse mit aller Kraft des Rechtsstaates aufgeklärt werden. Die Polizei habe gut und richtig reagiert.

Tatbestand: Verdächtige setzten sich zur Wehr

Die beiden Tatverdächtigen, zwei afghanische Asylbewerber, hatten zur Tatzeit 1,3 und 1,02 Promille und setzten sich vehement gegen die alarmierten Polizeibeamten zur Wehr. Dies wird vermutlich der einzige Tatbestand bleiben, gegen den die Behörden nun Anklage erheben können.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Übergriffe
Foto: Das Sicherheitspersonal sei schnell zur Stelle gewesen, habe fünf junge Männer in Höhe eines Elektronikmarkts festgehalten und die Polizei alarmiert.

Die Übergriffe auf drei junge Mädchen im Kieler Einkaufszentrum Sophienhof am Donnerstag werfen Fragen über den konkreten Tathergang und die Anzahl der potenziellen Verdächtigen auf. Die Polizei hat eigene Angaben mittlerweile relativiert, nachdem Augenzeugen der bisherigen Darstellung der Behörden widersprochen hatten.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3