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Kämpfer macht sich für Kiel stark

Sorge um HSH-Jobs Kämpfer macht sich für Kiel stark

Die Landeshauptstadt will alle Kräfte mobilisieren, um nach dem geplanten Verkauf einen Kahlschlag bei der HSH Nordbank in Kiel zu verhindern. In einem Schreiben an Ministerpräsident Torsten Albig äußerte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) seine Sorge um die Zukunft von rund 1100 Arbeitsplätzen.

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In einem Schreiben an Ministerpräsident Torsten Albig äußerte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) seine Sorge um die Zukunft von rund 1100 Arbeitsplätzen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. In dem Brief bittet Kämpfer seinen Parteifreund, den Kieler Ex-OB, eindringlich, sich „für die Interessen der Beschäftigten der HSH Nordbank und des Bankenstandorts Kiel stark zu machen“. Auch unter den Mitarbeitern wächst die Unsicherheit. Heute sprechen HSH-Betriebsräte mit der EU-Kommission in Brüssel, um für die Interessen der Beschäftigten zu werben.

 Einem potenziellen Käufer müsse klar und deutlich vermittelt werden, dass „dies eine Bank mit zwei starken Standorten ist“, sagte Kämpfer im Gespräch mit den Kieler Nachrichten. Um auch für die Beschäftigten in Kiel die beste Lösung zu erreichen, müssten alle Beteiligten – Eigentümer, Vorstand, Mitarbeiter und die Stadt – an einem Strang ziehen. „Auf gar keinen Fall darf der Eindruck entstehen, hier ließe sich an einem Standort rütteln.“

 In Hamburg jedoch geht man offenbar davon aus, dass die Hansestadt der natürliche Sitz des Unternehmens ist. Entsprechende Interview-Äußerungen des Hamburger Finanzsenators Peter Tschentscher (SPD) kritisierte Kämpfer scharf: „Das ist eine unsolidarische Unverschämtheit.“ Auch im Rahmen des EU-Beihilferechtes sei es „möglich und geboten, in der Öffentlichkeit, gegenüber Hamburg und in Gesprächen mit potenziellen Investoren auf den Erhalt des Standortes Kiel hinzuwirken“. Dabei gehe es keinesfalls um ein Almosen für Kiel: „Es gibt sehr gute Argumente für diesen Standort.“ Dazu zählt Kämpfer vor allem hochqualifizierte Mitarbeiter, Kundennähe und eine günstige Kostenstruktur.

 Nach dem Schiffbauer TKMS und neben der Provinzial und Caterpillar zählt die HSH Nordbank zu den größten Unternehmens-Arbeitgebern in Kiel. Derzeit verpflichtet ein Staatsvertrag die Bank, die Standorte Hamburg und Kiel gleichwertig zu betreiben. Mit einem Verkauf jedoch würde diese Auflage nicht mehr gelten.

 Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) betonte auf Anfrage, die Landesregierung werde – „wie auch schon bisher – für den Standort Kiel werben, sowohl gegenüber Hamburg als auch gegenüber möglichen künftigen Investoren.“ Welche Rolle die Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten bei der Bewertung von Kaufangeboten spielen wird, lässt Heinold jedoch offen: „Der Verkaufsprozess hat noch nicht begonnen.“ Daher sei es aus Sicht der Landesregierung verfrüht, über Details der Bewertung von Kaufangeboten zu spekulieren.

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Ein Artikel von
Ulrich Metschies
Wirtschaftsredaktion

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„Ich persönlich denke, dass der natürliche Standort für eine maritime Bank Hamburg ist.“ Dieser Satz von Peter Tschentscher liegt mehr als ein Vierteljahr zurück. Doch das, was der Hamburger Finanzsenator da nach der Einigung zwischen den beiden Ländern und der EU zur letzten Rettung der HSH Nordbank vor laufender Kamera von sich gab, ist noch heute geeignet, das Klima zwischen den HSH-Standorten Hamburg und Kiel zu belasten.

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