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Spektakuläre Landung: Jetzt spricht der Pilot

Kiel Spektakuläre Landung: Jetzt spricht der Pilot

Nach der spektakulären Landung zweier Ballone in der Kieler Innenstadt am Donnerstagabend gibt einer der beiden Piloten Entwarnung. „Das war definitiv keine Notsituation“, versichert der erfahrene Ballonfahrer Christoph Laloi.

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Der Heißluftballon von Christoph Laloi landete auf dem Martensdamm in Kiel.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Was für eine spektakuläre Landung: Tausende Kieler verfolgten am Donnerstagabend gespannt den Kurs zweier Heißluftballone, die etwa eineinhalb Stunden in geringer Höhe über der Innenstadt schwebten und dann sicher im Hiroshimapark beziehungsweise am nahe gelegenen Jensendamm landeten (wir berichteten). Auch für die beiden Piloten war die Landung mitten in der Stadt eine Premiere – gefährlich war das Manöver nicht.

Christoph Laloi (li.) hat den Ballon sicher gelandet. Foto: Frank Peter (Archiv)

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Seit 18 Jahren steigt Pilot Christoph Laloi mit seinem Ballon in die Lüfte, mehr als 650 Starts und Landungen hat er bereits hinter sich, organisiert die Balloon Sail zur Kieler Woche mit. Doch an diese Tour wird er sich wohl noch lange erinnern. Weil der Wind über Kiel am Donnerstagabend nahezu vollständig eingeschlafen war, trieb der Ballon nach dem Start um 19.30 Uhr am Nordmarksportfeld einfach nicht aus dem Stadtgebiet. Laloi und sein Kollege Jens Rönnfeldt, die mit ihren beiden Ballons und zwei beziehungsweise drei Gästen in den Körben unterwegs waren, entschieden sich nach etwa einer Stunde zur Landung.

Da war dann die Luft raus. Gleich zwei Heißluftballone mussten gestern Abend gegen 21 Uhr mitten in der Stadt eine Notlandung hinlegen. Die beiden Gefährte waren zunächst bei schönstem Wetter über der Innenstadt unterwegs. Nach Polizeiangaben sackten die Ballone dann aber wegen mangelnder Thermik immer weiter ab.

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Zunächst wollten die Ballonfahrer auf dem Parkplatz der Feuerwache am Westring landen, dann auf einer Grünfläche in der Nähe der Arkaden. Doch immer wieder kam ein wenig Wind und trieb die Ballone schließlich an den Kleinen Kiel. „Das war überhaupt nicht gefährlich. Wir sind so entspannt gelandet, da hätte man ein Glas Champagner festhalten können“, sagt Pilot Laloi. Obwohl die Polizei für einige Minuten den Martensdamm abgesperrt hatte, müssen die Ballonfahrer nicht mit einer Anzeige rechnen. Mit seiner sogenannten „allgemeinen Außenlandegenehmigung“ dürfe er überall dort aufsetzen, wo die Umgebung es zulässt und nichts zu Schaden kommt. „Die Polizei hat nicht einmal unsere Personalien aufgenommen“, sagt Christoph Laloi. „Allerdings werde ich künftig in einer ähnlichen Situation vorher bei Polizei und Feuerwehr anrufen und sagen, dass alles in Ordnung ist.“ Am Donnerstag hatten Dutzende besorgte Kieler zum Telefon gegriffen und die Notlandung der Ballone gemeldet.

„Angesagt war am Abend Wind mit fünf Knoten aus Nordost. Dann kamen wir allerdings in eine Schwachwindphase. Er kam mit gerade einmal drei Stundenkilometern aus Nordwest“, berichtet Laloi. Der Pilot bekräftigt: Die Höhe des Ballons habe er jederzeit zu 100 Prozent unter Kontrolle, auch wenn das für den Laien oft nicht so aussehe, weil der Brenner heize und der Ballon trotzdem an Höhe verliere. Einzig die Fahrtrichtung bestimmt der Wind. „Wir konnten mit unseren Gästen sogar mehrere Minuten lang wenige Zentimeter über dem Wasser schweben.“ Zum Zeitpunkt der Landung hätten beide Ballone noch 50 Prozent ihres Gasvorrats an Bord gehabt. „Das war definitiv keine Notsituation.“

Heißluftballone dürfen aus Sicherheitsgründen nur in der Zeit zwei Stunden nach Sonnenaufgang und zwei Stunden vor Sonnenuntergang fahren. Tagsüber wäre die Thermik in der Luft durch die Erwärmung der Sonneneinstrahlung zu groß und würde die Ballone kräftig durcheinander wirbeln. Der Nachteil: Gerade am Abend schläft der Wind in Bodennähe häufig ein. Während Segelboote dann ihren Motor zuschalten, muss sich der Ballonfahrer treiben lassen.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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Heißluftballon-Notlandung in Kiel
Foto: Dieser Heißluftballon musste auf dem Jensendamm notlanden, ein anderer ging im Hiroshimapark zu Boden.

Da war dann die Luft raus. Gleich zwei Heißluftballone mussten am Donnerstagabend gegen 21 Uhr mitten in der Stadt eine Notlandung hinlegen. Die beiden Gefährte waren zunächst bei schönstem Wetter über der Innenstadt unterwegs. Nach Polizeiangaben sackten die Ballone dann aber wegen mangelnder Thermik immer weiter ab.

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