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Einbrecherjagd per Helikopter über Kiel

Spektakulärer Einsatz Einbrecherjagd per Helikopter über Kiel

Bei einer höchst ungewöhnlichen Einbrecherjagd mit einem Hubschrauber und Wärmebildkamera hat die Polizei am Montagabend zwei Albaner im Kieler Stadtteil Pries/Friedrichsort festgenommen. Die Beamten beorderten den Helikopter der Bundespolizei schon vor Tagen in die Landeshauptstadt.

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Technisch feinstes Gerät: Einen solchen Hubschrauber nutzte die Polizei in Kiel.

Quelle: Bundespolizei

Kiel. Die Einbrecher sollen laut Polizei für eine Vielzahl von Taten in Kiel und im nördlichen Umland verantwortlich sein – unter anderem für fünf Einbrüche am Montag in Friedrichsort, bevor sie festgenommen wurden.

Der entscheidende Hinweis kam gegen 19.40 Uhr von einer Kielerin, die in Pries an einem Doppelhaus verdächtige Geräusche hörte. Nach drei Minuten war der Hubschrauber der Bundespolizei mit modernster Aufklärungstechnik in der Luft. In 800 Meter Höhe wurden die drei Besatzungsmitglieder dank Wärmebildkamera schnell fündig: „Zwei Menschen bewegten sich auf die Flüchtlingsunterkunft am Schusterkrug zu und versteckten sich dort“, sagte Kiels Polizeisprecher Oliver Pohl. Die Piloten führten die Spezialkräfte am Boden über Funk zu den Verdächtigen und leuchtete das Gelände mit Suchscheinwerfern aus. Zugleich meldete der Sicherheitsdienst auf dem Ex-MFG-5-Gelände zwei verdächtige Personen.

Flüchtlingsunterkunft als Versteck

Polizisten nahmen die 20 und 24 Jahre alten Albaner schnell fest. Während ihrer Flucht hatten die Verfolger am Boden beobachtet, wie ein Verdächtiger eine Tasche wegwarf. Ermittler ordneten den Schmuck darin einem zuvor begangenen Einbruch in Pries zu. Zudem steckten in der Bekleidung eines Täters geraubte Gegenstände vom Tatort. Die Polizei sicherte in der Nacht an fünf Häusern, in die am Montag eingebrochen worden war, umfangreiche Spuren. Ob die Albaner diese Taten begangen haben, ermittelt nun die Kripo. Die Männer wohnen nicht in der Flüchtlingsunterkunft, wollten sich dort nur verstecken.

"Endlich konnten wir zugreifen"

Die Polizei fahndete schon seit Wochen nach den Tätern: Die Beamten analysierten jeden Hinweis von Bürgern und alle Spuren an den Tatorten. Die Ermittler suchten nach Mustern, operierten im Stadtteil in Uniform und in zivil. Dann kam Montag der entscheidende Anruf: „Der Hubschrauber hielt sich in der Dunkelheit verborgen. Spezialkräfte lauerten im Gelände, und Streifenwagen hatten das Gebiet eingekreist. Endlich konnten wir zugreifen“, sagte Pohl. Aktuell verzeichnet die Polizei einen dramatischen Anstieg von Einbrüchen in Schleswig-Holstein. Allein im November ist die Zahl mit 1029 Fällen fast doppelt so hoch wie im Vergleichsmonat des Vorjahres. In Kiel und dem Umland zählten die Beamten seit Oktober mehr als 100 Taten – allein in der Gemeinde Heikendorf 60 Fälle. Die Mehrzahl der Einbrüche begehen organisierte Banden.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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