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1600 warme Jacken für Flüchtlinge

Spende 1600 warme Jacken für Flüchtlinge

Die Freude unter den Kieler Flüchtlingshelfern war groß, als der Lkw aus Hamburg auf den Hof an der Preetzer Straße 5 fuhr. Geladen hatte dieser 80 Kartons mit insgesamt 1600 mollig dicken Winterjacken, die jetzt in Schleswig-Holstein verteilt werden.

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Mit einem Lkw kamen die gespendeten Jacken von Hamburg nach Kiel - und so sehen sie aus.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Ein Millionär aus Australien hatte die warme Winterkleidung gespendet – in verschiedenen Größen und in neutralem Schwarz. Mehrere Ehrenamtliche der Initiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ packten mit an. Kurze Zeit später stapelten sich die schweren Pappbehälter bereits im Lager.

Mit Teppichmessern machten sich die Helfer gleich an die Arbeit, öffneten Kartons und legten die warmen Jacken in andere Kisten um. „Über das Internet fragen Unterkünften im Land nach Kleidung und stellen die Sachen palettenweise zusammen“, sagte Gabriele Knaack, die so etwas wie die Cheflageristin ist. Sie freute sich, dass besonders viele Jacken in kleinen Männergrößen aus Hamburg kamen, denn die sind gerade besonders stark nachgefragt, werden aber nur wenig gespendet. „Wir liefern zum Beispiel nach Eggebek, Albersdorf, Rendsburg und Itzehoe. Auch die Unterkunft am Schusterkrug auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände hat schon Kleidung geordert“, sagte Knaack, die mit Leib und Seele ihre Tatkraft in den Dienst der Flüchtlingshilfe stellt.

Der Australier chinesischer Abstammung hatte insgesamt 100.000 Jacken in seinem Geburtsland fertigen lassen. „Sechs große Container sind aus Übersee in Hamburg angekommen. Die Reederei Hapag-Lloyd hat die Speditionskosten übernommen“, sagte Arnd Boeckhoff vom Verein „Hanseatic Help“. Er hatte den Transport aus der Hansestadt nach Kiel organisiert und freute sich, dass ihm die Jacken an der Förde förmlich aus den Händen gerissen wurden. „Jeweils einen Container haben wir auch schon nach München, Berlin, Köln und Heidelberg gebracht, einer bleibt in Hamburg.“ Der Inhalt eines Containers wird im ganzen Norden verteilt. „1600 Stück sind bereits in Lübeck“, erzählte Boeckhoff. Damit, so ist er sich sicher, muss nun kein Flüchtling mehr frieren, sollte es in den kommenden Tagen noch einmal kälter werden.

Hier sehen Sie Fotos von der Spendenannahme.

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Nach wie vor ist der Zustrom an ehrenamtlichen Helfern in Kiel ungebrochen. „Wir wollen unser Angebot auf noch breitere Füße stellen. Mit den Strichcodes an den Paletten haben wir unser Lager schon so weit professionalisiert, dass wir immer genau wissen, was wir haben und in welche Unterkunft bringen“, erklärte Faiza Tahir, die die Oberaufsicht an der Preetzer Straße hat. Die ganze Technik für die Logistik wurde ebenso gespendet wie Schuhe, Strümpfe, Hosen, Hemden, Jacken und Sanitärartikel. Auch die Kieler Stadtwerke unterstützen die Initiative mit Heizungen in dem Gebäude der Stadtmission, das eigentlich schon für den Abriss freigegeben wurde. Die Flüchtlingshilfe hat noch viel vor: „Im ersten Stock möchten wir eine Begegnungsstätte einrichten, in der sich Helfer und Asylsuchende austauschen können“, erläuterte Tahir.

Ob sich die massiven Belästigungen von Frauen während der Silvesternacht in Köln und anderen Städten auf die Hilfsbereitschaft in Kiel auswirke, kann Tahir noch nicht sagen: „Wir müssen erst einmal abwarten, was genau dort passiert ist und ob die Ausschreitungen forciert wurden, um möglicherweise Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.“ Unbeeindruckt davon besuchten am Freitag drei Grundschulklassen aus Elmschenhagen die Kleiderkammer und halfen fleißig beim Sortieren. Am Sonnabend kamen 50 Konfirmanden, schauten sich die Arbeit der Helfer an und unterstützten sie tatkräftig.

Gegen Nachmittag schnappten sich Knaack und Tahir dann noch einige Jacken und machten sich auf den Weg zu den Erfrierungsschutzcontainern. „Wir wollen auch die Obdachlosen nicht vergessen und bieten ihnen Kleidung an“, erzählte Tahir.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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