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Lauter Ja-Stimmen für Hilfsprojekte

Spendenparlament Kiel Lauter Ja-Stimmen für Hilfsprojekte

Schöne Bescherung: Bereits vier Wochen vor dem Fest durften sich Initiativen und Hilfsorganisationen über nachhaltige Geldpräsente zur Förderung von 14 sozialen Projekten in Kiel freuen. Rund 25000 Euro stellte das Kieler Spendenparlament dafür zur Verfügung.

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Stimmkarten hoch für einen guten Zweck: Die Mitglieder des Kieler Spendenparlaments waren sich einig, welche Projekte sie unterstützen wollten. Gegenstimmen gab es für die 14 Vorschläge der Finanzkommission nicht.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Das Spendenparlament musste vor seiner inzwischen vierten Sitzung eine strenge Auswahl treffen. Denn die 27 eingereichten Förderanträge hätten ein Gesamtvolumen von mehr als 80000 Euro gehabt.

Die für die nötige Projekt-Auswahl zuständige Finanzkommission des Spendenparlaments leistete offenbar gute Vorarbeit. So gab es bei der Abstimmung für die 14 von der Kommission ausgewählten und am Dienstag vorgestellten Projekte keine Gegenstimmen von den Parlamentariern. Diese Einigkeit hatte einen nachvollziehbaren Grund: Viele der nun geförderten Maßnahmen haben das Ziel, die in Kiel lebenden Flüchtlinge bei ihrer Integration zu unterstützen.

Die höchste Summe (3750 Euro) sprachen die Parlamentarier der Bürgerinitiative „Kiel hilft Flüchtlingen“ zu. Verwendet wird das Geld, um eine Halle zur Lagerung von gespendeter Kleidung wieder in Stand zu setzen, den Transport der Spenden zu den Flüchtlingsunterkünften sicherzustellen sowie EDV-Bedarf zur Verwaltung der Spenden anzuschaffen.

Zur Steigerung der Mobilität von Flüchtlingen in Kiel dient der Zuschuss in Höhe von 2250 Euro an den Verein „Willkommensinitiative Friedrichsort“ für dessen Fahrradwerkstatt. Seit Frühjahr 2015 bringen Vereinsmitglieder gemeinsam mit Flüchtlingen ausgemusterte Fahrräder wieder auf Vordermann, damit sich Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte unabhängig und kostenlos in der Stadt bewegen können. Rund 320 Räder machte die Initiative bislang wieder betriebssicher.

Um mehr Beweglichkeit als Mittel gegen Heimweh und Langeweile im Flüchtlingscamp am Ellebeker Weg geht es bei einer Förderung in Höhe von 1300 Euro für Sportangebote des Christlichen Vereins . Neben den bestehenden Angeboten wie Laufen, Boxen, Radfahren soll eine Fußballmannschaft etabliert werden, für die nun Trikots, Hosen und Schuhe angeschafft werden.

Das „Musiculum“ erhält 1300 Euro für das Projekt „Trommeln mit Flüchtlingen“, bei dem Kinder aus Flüchtlingsfamilien mit gleichaltrigen Kieler Kindern Sprachbarrieren durch Musik überwinden sollen. Zudem sind gemeinsame Auftritte in Flüchtlingsunterkünften oder bei Festen geplant. Verwendet wird das Geld zur Deckung der Personalkosten.

Mit einem Zuschuss in Höhe von 2200 Euro will der Verein „Help to Go Kiel“ seinen Raum in der Gaardener Pickerstraße sanieren, um dort neben Beratungen oder seelsorgerische Begleitung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen auch Deutschkurse für Asylbewerber anzubieten.

Der Trägerverein des Segelschiffs „Thor Heyerdahl“ erhält 3000 Euro zur Durchführung fünftägiger erlebnispädagogischer Reisen für Jugendliche und Kinder, deren Familien sich solche Törns nicht leisten könnten. Auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen von dem Angebot profitieren können.

Bis zu fünf weibliche Flüchtlinge will das „Frauennetzwerk zur Arbeitssituation“ in einer sieben Monate währenden, speziell auf diese Zielgruppe hin konzipierten Schulung auf die Integration in den Arbeitsmarkt vorbereiten. Für Dozentenhonorare und Fahrtkosten stehen jetzt 3300 Euro zur Verfügung.

Weitere Förderungen des Spendenparlaments gingen unter anderem an die Fachambulanz „HiKiDra“ zum Aufbau von Schwimmgruppen für Kinder aus Familien mit Suchtproblemen (2120 Euro). Die Evangelische Stadtmission erhält 2000 Euro für ein Märchenprojekt zur Förderung von Kreativität von Kindern, die ebenfalls aus suchtbelasteten Familien stammen. Die Islamische Gemeinde Kiel will mit einem Zuschuss in Höhe von 900 Euro ein „Sprachcafé“ betreiben, um die Deutschkenntnisse von Migrantinnen zu verbessern.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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