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Ohne Verantwortlichen geht gar nichts

Sperrung am Hauptbahnhof Ohne Verantwortlichen geht gar nichts

Das neue Dach ist (so gut wie) fertig, trotzdem gibt es kein Durchkommen: Radfahrer können derzeit nicht – wie sie es gewohnt sind – direkt von der Halle des Hauptbahnhofs zum Fahrradparkhaus „Umsteiger“ kommen. Stattdessen müssen sie einen Umweg um das ganze Gebäude machen.

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Vom „Umsteiger“ zum Bahnsteig geht es nicht auf dem kurzem Weg. Radpendlern bleibt nur ein Umweg ums Gebäude.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dafür gibt es auch Gründe – die für den Bürger jedoch kaum nachvollziehbar sind.

Aber der Reihe nach: „Das Eisenbahn-Bundesamt hat die Sperrung angeordnet, weil das Bauvorhaben ,Umsteiger’ für das Eisenbahn-Bundesamt offiziell noch nicht beendet ist“, teilte Stadtsprecher Arne Ivers auf Anfrage mit und ergänzt: Aufgrund bahnrechtlicher Richtlinien sei eine offizielle Inbetriebnahme des Ganges erforderlich. Es ist also kompliziert. Das besagte Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Bonn verweist zunächst einmal auf das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG). Dieses verpflichte die Eisenbahnunternehmen uneingeschränkt, „ihren Betrieb sicher zu führen“. Grundsätzlich führe die Bahn ihre Baumaßnahmen eigenverantwortlich durch – das EBA als Aufsichtsbehörde müsse „einzelne Bauzwischenzustände nicht genehmigen“. Die Krux ist offenbar, dass im Falle des städtischen „Umsteigers“ jedoch nicht die Bahn selbst, sondern eben die Stadt baut. Und dass das AEG deswegen nicht strikt eingehalten wurde.

Wie EBA-Sprecherin Heike Schmidt erläutert, muss die Bahn stets für einen sicheren Bahn-Betrieb sorgen. „Dafür muss aber der sogenannte Inbetriebnahmeverantwortliche beteiligt werden – das ist ein Mitarbeiter der Bahn, der sich davon überzeugt, dass alle Zwischenabnahmen ordnungsgemäß durchgeführt wurden.“ Im konkreten Fall sei eben dieser „Inbetriebnahmeverantwortliche“ nicht beteiligt worden. Folge: Das EBA wies die Bahn an, den Durchgang zu sperren, an den die Bahnpendler gewöhnt sind und den viele Radfahrer liebgewonnen haben.

Ohne Abschlussmeldung geht es nicht weiter

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis bestätigte, dass eine sogenannte Abschlussmeldung seitens der Stadt bisher unterblieben sei – und seinem Unternehmen die Hände gebunden sind. „Das EBA hat die Nutzung der bahneigenen Grundstücksbereiche untersagt, das EBA muss die angeordnete Sperrung auch wieder aufheben.“

Stadtsprecher Arne Ivers begründet das Ausbleiben der Abschlussmeldung damit, dass „einige Bauarbeiten noch durchzuführen“ sind. Unter anderem gebe es bei der „Entwässerung des Daches“ noch etwas tun, außerdem müsse noch ein Korrosionsschutz aufgebracht werden. Kleinigkeiten – im Vergleich zur mehrjährigen Vorgeschichte des kleinen Stück Dachs. Und die hätten keine Sperrung ausgelöst, wenn der Mann mit dem wunderbaren Titel „Inbetriebnahmeverantwortlicher“ rechtzeitig einbezogen worden wäre. Daher schränkt auch Ivers ein: „Wann der Gang wieder benutzt werden kann, ist nicht mit Sicherheit zu sagen.“

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