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Hunderte Spielautomaten manipuliert

Bundesweite Razzia Hunderte Spielautomaten manipuliert

Zocker an Spielautomaten in Deutschland sollen jahrelang betrogen worden sein. Mit einer manipulierten Software spuckten die Geldautomaten weniger Gewinne aus als vorgesehen. Jetzt gab es eine Razzia in neun Bundesländern.

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Die Polizei hat nach mehrfachen Manipulationen von Geldautomaten eine bundesweite Razzia mit 650 Beamten durchgeführt.

Quelle: dpa

Kiel. Fahnder haben einen bundesweiten Fall von Manipulation an Spielautomaten aufgedeckt. Eine aus Schleswig-Holstein heraus operierende Tätergruppe war den Fahndern durch umfangreiche Ermittlungen ins Netz gegangen. Ein Tatverdächtiger kam in Haft und hunderte Spielautomaten sowie Bauteile wurden sichergestellt. In verschiedenen Bundesländern hatten Beamte insgesamt 114 Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Einer der Hauptverdächtigen sei in Schleswig-Holstein auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Haft genommen worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel mit.

Bei Durchsuchungen von Geschäftsräumen und Spielhallen wurden ganze Spielautomaten sowie Bauteile und Software sichergestellt. Auf Speichermedien befanden sich verbotene Manipulationsprogramme. Zudem stellten die Beamten zwei scharfe Schusswaffen sicher. Die Polizei war in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Berlin sowie im Saarland am Donnerstag zeitgleich im Einsatz.

Automaten durch asiatische Software verändert

Die Tätergruppe hatte aus Osteuropa und Asien Software importiert. Damit wurden die Automaten beeinflusst. So wurden etwa Gewinnausschüttungen und Betriebsergebnisse gemindert. Dadurch wurden auch Steuern hinterzogen. Die technisch versierten Täter konnten auf diese Weise über einen längeren Zeitraum Gewinne schöpfen.

Der Automatenhersteller Löwen kooperierte eng mit den Ermittlern und will sie auch in Zukunft im Kampf gegen die Manipulationen unterstützen, teilte das Unternehmen mit. Ähnlich wie bereits in anderen Fällen in der Vergangenheit war nur dort, wo Spielhallenbetreiber illegal mit dem Manipulateur kooperiert haben, die rechtswidrige Manipulation der Geldgewinnspielgeräte überhaupt möglich geworden, heißt es in der Mitteilung der Firma. Die Geräte des Unternehmens „mit dem aktuellen Softwarestand“ seien von derartigen Manipulationsversuchen nicht betroffen.

Mann wurde in Kiel verhaftet

Der in Kiel verhaftete Mann steht im Verdacht, eine auf dem internationalen Markt verfügbare Software gekauft, verändert und dann federführend an Automatenaufsteller und Spielhallenbetreiber in ganz Deutschland vertrieben zu haben, erläuterte der Sprecher. Wie die Polizei auf seine Spur gelangt ist, wird von den Ermittlern derzeit nicht verraten. Die Durchsuchungen hätten sich sowohl gegen die Vertreiber als auch die Nutzer der Manipulationssoftware gerichtet.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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