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Krippen aus dem Holz des Friedens

St. Nikolai Kiel Krippen aus dem Holz des Friedens

Der Ölbaum hat eine starke Symbolkraft, insbesondere für die Menschen, die im Heiligen Land in und um Bethlehem leben. Olivenholzschnitzereien aus 20 verschiedenen Werkstätten rund um die Region Bethlehem zeigt derzeit eine Ausstellung in der Kieler St. Nikolaikirche.

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Mit einer Krippenausstellung und Kunsthandwerk aus Bethlehem ist Majed Nasrallah in der Vorweihnachtszeit in St. Nikolai zu Gast.

Quelle: Christoph Jürgensen

Kiel. Die Olivenholzschnitzerei hat in dieser Region eine jahrhundertelange Tradition. Der Schnitzer und Fremdenführer Majed Nasrallah präsentiert derzeit in der Nikolaikirche am Alten Markt eine große Auswahl an kunsthandwerklichen Arbeiten aus seiner Heimat. Hergestellt wurden sie von christlichen Familien in der Geburtsstadt Jesu.

Der Olivenbaum (Olea europaea), auch Ölbaum genannt, sei ein gesegneter Baum, erklärt er: „Jesus hat auf dem Ölberg gebetet. Der Ölzweig symbolisiert den Frieden schon seit Noahs Zeiten.“ Außerdem steht der immergrüne Baum, der bis zu 2000 Jahre alt werden kann, für das Leben und die Auferstehung: „Der Ölbaum stirbt nie ganz. Es wächst immer wieder ein neuer Zweig daraus“, berichtet Nasrallah. Der 57-Jährige hat die Familientradition des Olivenholz-Schnitzens von seinem Vater geerbt.

Heute wichtiger Industriezweig

Christliche Mönche sollen einst die Fertigkeiten zur Herstellung von Kreuzen, Rosenkränzen und Krippen mit nach Palästina gebracht und dort weitergegeben haben. Die kunsthandwerkliche Verarbeitung des Olivenholzes mit seiner intensiven Maserung entwickelte sich zu einem wichtigen Industriezweig. Abnehmer waren von jeher auch die christlichen Besucher des Heiligen Landes. „Es leben dort selbst nur etwa 1,5 Prozent Christen“, erzählt Nasrallah.

Doch der Tourismus – eigentlich wichtigste Säule der Wirtschaft – ist deutlich zurückgegangen. Das merkt der Fremdenführer ganz unmittelbar: Etliche Reisegruppen hätten bereits ihr Kommen abgesagt. „Sie haben Angst“, meint Nasrallah. „Der Grund ist die schwierige politische Situation.“ Bedauernd fügt er hinzu: „Wäre bei uns Frieden – es wäre das schönste Land der Welt.“ Die vorherrschenden Verhältnisse und ihre wirtschaftlichen Folgen aber drängten immer mehr Christen zur Auswanderung.

Krippen aus 20 Werkstätten

Das Kunsthandwerk bedeute für die verblieben Christen eine Beschäftigung und damit ein Stück Sicherheit. Sein Ziel ist es, außerhalb des Heiligen Landes Liebhaber für die Schnitzereien seiner Heimat zu gewinnen – die so christliche Familien in den Gemeinden in und um Bethlehem unterstützen. Mit Holzfiguren und ganzen Krippen aus etwa 20 verschiedenen Werkstätten ist er daher nach Kiel gekommen. Noch bis zum 21. Dezember können die Olivenholzschnitzereien aus Bethlehem täglich von 10 bis 18 Uhr (außer zu Gottesdiensten und Veranstaltungen) in der Nikolaikirche am Alten Markt besichtigt und erworben werden.

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