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Anklage wirft zwei 17-Jährigen Widerstand vor

Fall Sophienhof Anklage wirft zwei 17-Jährigen Widerstand vor

Drei Monate nach den angeblichen Belästigungen von drei jungen Mädchen im Kieler Sophienhof hat die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage erhoben: Zwei 17 Jahre alten Jugendlichen aus Gaarden wird Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

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Die Staatsanwaltschaft Kiel hat im Fall „Sophienhof“ Anklage vor dem Amtsgericht Kiel gegen zwei junge Männer erhoben.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Von den ursprünglich von der Polizei erhobenen Anschuldigungen ist keine Rede mehr. „Juristisch gibt es keine weiteren nachweisbaren Straftaten, die den Beschuldigten zur Last gelegt werden können“, so Oberstaatsanwalt Axel Bieler.

Ende Februar hatte der Fall bundesweit Schlagzeilen gemacht. Nach Darstellung der Polizei sollten zwei Flüchtlinge drei Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren im Sophienhof „belästigt, gefilmt und verfolgt“ haben. Im Verlauf des Vorfalls hätten sich dann „sukzessive 20 bis 30 weitere Personen mit Migrationshintergrund“ eingefunden, berichtete Kiels Polizeisprecher Oliver Pohl damals. Auch diese hätten die Mädchen belästigt und verfolgt. Bereits in den Tagen nach dem Vorfall musste die Polizei ihre als Tatsache formulierte Darstellung abschwächen.

Anders als von der Polizei behauptet, waren auf den Handys der Beschuldigten keine Fotos und Videos der Mädchen gefunden worden. Dies räumte die Behörde erst auf Nachfrage ein. Selbst das von der Polizei genannte Alter der Verdächtigen musste korrigiert werden: Zunächst war von zwei 19 und 26 Jahre alten Verdächtigen die Rede gewesen. Erst nach mehreren Wochen, Anfang April, stellte Staatsanwalt Bieler dann klar, dass die beiden Täter erst 17 Jahre alt sind. Dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls mit 1,0 beziehungsweise 1,3 Promille stark alkoholisiert waren, hatte die Kieler Polizei zunächst überdies nicht berichtet.

Die Anklage wirft den beiden 17-Jährigen nun vor, dass sie sich bei der Festnahme durch die Polizei erheblich zur Wehr gesetzt hätten. Das Verfahren wird vor dem Kieler Amtsgericht verhandelt werden – da die Angeklagten minderjährig sind, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dass sich die drei Mädchen tatsächlich belästigt gefühlt haben, daran zweifelt Bieler nicht: „Ihre Beschreibungen sind nicht zu hinterfragen, nur sind Belästigungen beispielsweise durch Blicke noch nicht zwangsläufig auch eine Straftat.“

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