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Stadt Kiel In leicht verständlichen Worten

Die Verwaltung will Barrierefreiheit in allen Lebensbereichen schaffen. „Viele Menschen können sich Texte nicht einfach erschließen. Das ist aber besonders im Internet ganz wichtig“, sagte Sozialdezernent Gerwin Stöcken. Doch die leichte Sprache allein führt jedoch noch nicht zu einer barrierefreien Informationsvermittlung.

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Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen nach dem Willen von Gerwin Stöcken für das Thema sensibilisiert werden.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Auf der Internetseite der Stadt Kiel gibt es viel zu lesen. Viele Menschen verstehen aber die Texte nicht. Jetzt will die Verwaltung die leichte Sprache einführen. Damit sollen alle Menschen die Texte erfassen können. Die leichte Sprache besteht aus kurzen Hauptsätzen. Es werden nur leichte Wörter verwendet. Schwierige Wörter werden erklärt. So in etwa muss man es vorstellen, wie demnächst Inhalte auf der Internetseite der Stadt (www.kiel.de) präsentiert werden. Die Verwaltung will jetzt ein Konzept entwickeln, wie die leichte Sprache eingeführt werden kann.

Blinden, stark sehbehinderten und gehörlosen Menschen ist damit nicht geholfen. Blinde benötigen Texte, die bereits aufgesprochen sind oder die mit besonderen Hilfsmitteln zu Hause vorgelesen werden können. Für Sehbehinderte müssen Schriftgröße und Kontrastschärfe geändert werden. Gehörlose haben oft Probleme, Schriftsprache für sich zu erschließen und benötigen Gebärdensprache.

 Auf dem Internetauftritt der Stadt soll die normale Sprache der Standard bleiben, ergänzt durch die leichte Sprache. Die Verwaltung hat bereits das Leitbild und zwei Spaziergänge durch Kiel in einfachen Worten verfassen lassen. „Wir können vorerst nicht alle Inhalte der Homepage eins zu eins umsetzen, sondern müssen genau überlegen, welche Texte sich dafür anbieten“, erklärte Stöcken.

 Dazu sollen es auch Ergänzungen durch einfache Piktogramme geben. Das Amt für soziale Dienste will jetzt mit der Politik über den Vorschlag debattieren. Sozialdezernent Gerwin Stöcken will bei der Umsetzung mit dem Referat für Öffentlichkeitsarbeit, das die Internetpräsenz pflegt, und dem Beirat für Menschen mit Behinderungen zusammenarbeiten.

 Das Amt für soziale Dienste will in den kommenden Monaten ein Konzept entwickeln, wie in den nächsten drei oder fünf Jahren die leichte Sprache in der Internetpräsenz eingepflegt werden kann. Stöcken will gerne weiter den Verein Lebenshilfe Bremen beschäftigen, der auch die Texte auf der Homepage in die leichte Sprache übersetzt hat. Zu dem Projekt gehört auch eine Kostenkalkulation. Mittel könnten unter anderem vom Beirat für Menschen mit Behinderungen kommen, die ohnehin für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden. Angedacht ist darüber hinaus, Mitarbeiter der Verwaltung für das Thema zu sensibilisieren. So könnten auch Briefe an Kieler in leichter Sprache verfasst werden.

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