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Kiosk als Modell für Klimagaarden

Kiel Kiosk als Modell für Klimagaarden

Fast filigrane Leichtigkeit, liebevolle Details und durchdachte Zweckmäßigkeit: Der Kiosk in der Augustenstraße ist eine kleine architektonische Perle der fünfziger Jahre. Seinen Charakter zu erhalten und ihn zugleich energetisch zu modernisieren, das haben sich jetzt die Stadt Kiel und die Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG), ein Unternehmen der Deutschen Annington Gruppe, vorgenommen.

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Peter Warthenpfuhl von Klimagaarden, Christoph Adloff von der Stadt Kiel und Nils Bartels von der KWG vor dem Kiosk, der zum Schaufenster des Klimaschutzquartiers werden soll.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Das geschieht nicht einfach so, sondern eingebettet in das Projekt „Klimagaarden“. Fast 400 Gebäude im Zentrum des Stadtteils stehen dabei im Fokus und sollen – auf lange Sicht und sofern die Eigentümer mitspielen – in ihrer historischen Substanz bewahrt, zugleich aber auf geldbeutel- und klimafreundlichen Energieverbrauch getrimmt werden. „Der Kiosk spiegelt das im Kleinen wider“, erläutert der technische Projektleiter Peter Wartenpfuhl die Idee.

Also taten sich er und seine Kollegen vom Rathaus zusammen und holten die KWG mit an Bord. Auch dies ist exemplarisch, denn ohne die Hausbesitzer bewirken selbst die besten Ideen nichts. „Wir haben uns gern überzeugen lassen“, sagt Nils Bartels, Prokurist der Kieler Wohnungsbaugesellschaft mbH und für die KWG in Kiel verantwortlich. Im speziellen Fall ist das Wohnungsunternehmen als Eignerin des vor etwa zwei Jahren in Brand geratenen und seither leerstehenden Kiosks gefragt. Der Stadt beziehungsweise „Klimagaarden“ überlässt die KWG den Kiosk gegen eher symbolisches Entgelt, um modellhaft vorzuführen, was in Sachen energetischer Sanierung an in die Jahre gekommenen Gebäuden möglich ist, ohne sie ihrer Seele zu berauben und unverhältnismäßig viel zu investieren.

In etwa zwei Wochen soll es losgehen, mit der Erneuerung des vom Feuer in Mitleidenschaft gezogenen Fensters und auch mit der Dämmung des Daches. Auch die Außenwände sollen gedämmt werden, so dass zusammen mit weiteren fachkundigen Tricks und Kniffs am Ende die strengen Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) komplett oder zumindest annähernd eingehalten werden.

Nicht zuletzt mithilfe von Sponsoren soll der Kiosk bis Ende August auf diese Weise saniert sein. Zwischendurch wollen Stadt und KWG immer wieder über die einzelnen Schritte informieren, denn was geschieht, soll ja ausdrücklich zur Nachahmung anregen. Interessierte können dabei vor Ort erfahren, was Innen- und Einblasdämmung, die Herstellung von Barrierefreiheit, Lüftung mit Wärmerückgewinnung oder ein „Blower-Door-Test“ bedeuten.

Insgesamt soll das Häuschen in der Augustenstraße 66 vorerst für etwa zwei Jahre öffentlich genutzt werden. Dank barrierefreien Zugangs und behindertengerechter Toilette soll der Kiosk ein Anlaufzentrum fürs gesamte Umfeld werden. Veranstaltungen von „Klimagaarden“ werden darin stattfinden, und ebenso ist Raum für andere Initiativen aus der Nachbarschaft.

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Martin Geist

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